RaubkopiererInnen tauschen zunehmend über Rapidshare und Co.

11. Oktober 2009, 10:25
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Aktuelle Programme einfach über anonyme File Hoster aufzuspüren - P2P bleibt Hauptverbreitungsweg

Mit den intensivierten Angriffen der Musik- und Filmindustrie gegen Bittorrent-Tracker wie The Pirate Bay scheinen sich auch die BezieherInnen von Raubkopien zunehmend nach Alternativen für den Softwaretausch umzuschauen. Vor allem anonyme File Hoster wie Rapidshare, Megaupload oder Hotfile treten dabei immer stärker in den Vordergrund, wie nun Computerworld berichtet.

Ranking

So zeigt etwa eine aktuelle Untersuchung von V.I. Labs, das von 43 untersuchten Softwareherstellern tatsächlich das gesamte Produktportfolio auf Rapidshare zu finden war. Dies passt mit anderen Berichten des auf "Deep-Packet-Inspection" spezialisierten deutschen Unternehmens Ipoque zusammen, wo man davon berichtet, das mittlerweile - je nach Region - weltweit bereits 15 bis 35 Prozent der weltweiten Warez über File Hoster getauscht werden. An der Spitze bleiben zwar mit Werten zwischen 43 und 70 Prozent zwar weiterhin P2P-Netzwerk - und hier vor allem Bittorrent - die steigende Relevanz von File Hostern in diesem Bereich ist aber unübersehbar.

Ablauf

Über Rapidshare und Co. lassen sich ohne Registrierung und kostenfrei Daten hoch- und wieder herunterladen, Geld machen die BetreiberInnen solcher Services vor allem über Werbung und über "Premium-Accounts", die Downloads mit höherer Bandbreite und ohne die typischerweise auferlegten Wartezeiten versprechen. Von der Nutzung zum Tausch von Raubkopien weiß man zwar, sieht das aber eher als Randphänomen, eines dem man relativ machtlos gegenüber stehe, wie File Hoster immer wieder betonen.

Nur ein File

Immerhin sei alles was die NutzerInnen hochladen "nur ein File", welcher Inhalt sich dahinter verberge, sehe man zunächst einmal gar nicht, betont man etwa bei Rapidshare. Anfragen nach dem US-amerikanischen Digital Millenium Copyright Act (DMCA) kommt man zwar nach, nur sind die Dateien rascher wieder hochgeladen, als sie vom Anbieter überhaupt gelöscht werden können. Der weitere Verbreitungsweg in der Warez-Szene erfolgt meist über das Posten von Links in anonymen Foren, Chats oder Twitter - eine Vielfalt, die man unmöglich vollständig beobachten könne, so die nüchterne Erkenntnis.

Hosting

Unabhängig von der Art des getauschten Inhalts, die steigende Beliebtheit von File-Hoster-Services ist jedenfalls unbestreitbar: So zeichnen alleine die Up- und Downloads bei Rapidshare mittlerweile für 5 Prozent des weltweiten Internetverkehrs verantwortlich, so zumindest die Zahlen von Ipoque. (red)

  • Raubkopien sind bei File Hostern ein verbreitetes Phänomen
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    Raubkopien sind bei File Hostern ein verbreitetes Phänomen

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