Krisengespräche bis Dienstag ausgesetzt

11. Oktober 2009, 00:22
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Streit um Wiedereinsetzung Zelayas blockiert Dialog zwischen Lager des rechtmäßigen Präsidenten und Putschregierung

Tegucigalpa - Die seit dem Putsch in Honduras an der Macht befindlichen Putschisten und Vertreter des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya haben ihre Gespräche über einen Weg aus der Krise am Samstag für drei Tage ausgesetzt. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen wollten beide Seiten erst am Dienstag wieder miteinander reden. Die Gespräche stockten demnach weiter beim zentralen Konfliktpunkt: der Wiedereinsetzung Zelayas. Am Donnerstag hatte bereits eine hochrangige Vermittlungsdelegation der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) das mittelamerikanische Land mit leeren Händen verlassen.

Der Gewerkschaftsführer Juan Barahona, einer der drei Vertreter Zelayas, sagte, die Konfliktparteien hätten sich zwar grundsätzlich auf die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit verständigt. Außerdem solle den Anführern der Putschisten nicht automatisch Straffreiheit gewährt werden. Beide Absprachen blieben allerdings solange offen, bis eine Einigung bei der Wiedereinsetzung Zelayas bestehe. Das Lager des gestürzten Präsidenten hatte dafür eine Frist bis zum kommenden Donnerstag gesetzt.

Zelaya war Ende Juni entmachtet und außer Landes verschleppt worden. Seine Gegner werfen ihm vor, dass er sich per Volksabstimmung weitere von der bisherigen Verfassung ausgeschlossene Amtszeiten sichern wollte. Ende September war der Linkspopulist heimlich in seine Heimat zurückgekehrt und sitzt seither in der brasilianischen Botschaft fest. (APA)

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    Die Putschisten stützen sich auf Polizei und Militär

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