Serbien bucht Ticket, Frankreich Barrage

11. Oktober 2009, 12:25
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Domenech nach 5:0 gegen Färöer erleichtert - Ruttensteiner: "Unterschied viel zu groß" - Serbien feierte ausgelassen

Guingamp/Belgrad - Frankreich hat Österreich am Samstag die letzte Minimalchance auf die WM 2010 in Südafrika genommen - mit einem mehr als souveränen 5:0-Sieg gegen den Fußball-Zwerg Färöer. Damit ist das abschließende Gruppenspiel am Mittwoch im Stade de France gegen Österreich nur noch Formsache. Teamchef Raymond Domenech sieht es bereits als ersten Test für das Play-off der Gruppenzweiten, das dem Vizeweltmeister am 14. und 18. November bevorsteht.

"Für sie ist es ein Freundschaftsspiel, aber wir sollten es extrem Ernst nehmen", betonte ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner, der die Franzosen beim Kantersieg in Guingamp beobachtet hatte. Der Vizeweltmeister schnürte die Färinger dabei von Beginn an im eigenen Verteidigungsdrittel ein. "Der Unterschied war einfach viel zu groß", erklärte Ruttensteiner. Dennoch habe man über die Offensive der Franzosen wichtige Aufschlüsse gewinnen können.

Andre-Pierre Gignac eröffnete den Torreigen mit einem Doppelpack (34., 39.), an den Flügeln wurde der Toulouse-Stürmer von Nicolas Anelka und Thierry Henry unterstützt. Real-Madrid-Star Karim Benzema kam erst in Minute 74, traf aber zum Endstand (88.). "Individuell sind sie alle Weltklasse-Spieler. Das Problem ist vielleicht das Zusammenspiel", meinte Ruttensteiner, der erwartet, dass Domenech im Hinblick auf die Barrage gegen Österreich bereits rotiert.

"Die Spielanlage wird aber ähnlich sein", sagte Ruttensteiner, der Frankreich auch gegen Rumänien und Gruppensieger Serbien gesehen hat. Mittelfeldspieler Lassana Diarra fehlt gegen Österreich gesperrt, Kreativgeist Franck Ribery ist wegen einer Verletzung gar nicht im Kader. "Wir haben ausreichend Qualität im Team", versicherte Domenech, der zuletzt permanent in der Kritik gestanden war. "Diese Qualität müssen wir in einem Monat bestätigen."

Die Auslosung für das Play-off erfolgt am 19. Oktober in Zürich. Frankreich ist aufgrund seiner vergangenen Erfolge auf jeden Fall gesetzt. Mögliche Gegner sind die Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Slowenien oder Irland. "Jeder Gegner, den wir bekommen können, ist schwierig, aber dieses Team wächst und hat gezeigt, dass es Stil hat", versicherte Domenech. Dem ersten Tor von Gignac waren bereits zwei Aluminium-Treffer vorausgegangen.

Mit Gegnern muss sich Serbien nicht mehr beschäftigen. Die Serben feierten ihre WM-Teilnahme nach einem beeindruckenden 5:0 gegen Rumänien ausgelassen. "Wir haben ein neues Kapitel serbischer Fußball-Geschichte geschrieben. Die Dominanz, die wir in der Qualifikation gezeigt haben, gibt uns die Aussicht auf eine große Zukunft", meinte Teamchef Radomir Antic, den die Leistung zu Tränen rührte. "Tage wie diese machen das Leben lebenswert."

Zehntausende Menschen feierten in Belgrad mit Auto-Korsos und Feuerwerken. "Das war die schönste Nacht in der Geschichte des serbischen Nationalteams", schrieb die Zeitung "Press" am Sonntag. Serbien qualifizierte sich erstmals als eigenständiger Staat für eine WM. 2006 in Deutschland war man noch als Serbien-Montenegro angetreten. Jetzt wollen die Löwen mehr. "Das ist eine Generation guter Spieler mit großartigem Charakter", sagte Antic. (APA)

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