Soldat bei Schießerei mit Mennoniten getötet

10. Oktober 2009, 18:51
1 Posting

Elf Anhänger der Glaubensgemeinschaft festgenommen

Ciudad de Mexico - Bei einer nächtlichen Schießerei zwischen Militärs und Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft der Mennoniten ist in Mexiko ein Soldat getötet worden. Sieben Frauen und vier Männer der ursprünglich aus Deutschland stammenden Mennoniten wurden festgenommen, teilten die Behörden im Bundesstaat Chihuahua im Norden Mexikos in der Nacht auf Samstag mit. Zu dem Schusswechsel in der Ortschaft LeBaron war es bereits in der Nacht auf Freitag gekommen.

In dem Gebiet patrouillierten Einheiten der Armee, nachdem im Juli der Führer der Mennoniten, Benjamin LeBaron, ermordet worden war. Nach Angaben der Mennoniten versuchten mit Kapuzen getarnte Männer, in die Ranch "Las Tortugas" in LeBaron einzudringen, das habe den Schusswechsel ausgelöst. Das Verteidigungsministerium dagegen teilte mit, die Einheit habe sich einem Fest mit verschiedenen Jugendlichen genähert, die sofort das Feuer gegen die Militärs eröffnet hätten.

60.000 Mennoniten

In Mexiko leben derzeit etwa 60.000 Mennoniten, die meisten davon im Bundesstaat Chihuahua um die Stadt Chauhtemoc. Sie sind über Kanada nach Mexiko eingewandert und leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Mennoniten sind Anhänger einer evangelischen Freikirche, die die Erwachsenentaufe pflegt und Wehrdienst und Eidesleistung ablehnt. Benannt sind die Mennoniten nach dem friesischen Theologen Menno Simons.

Chihuahua an der Grenze zu den USA ist wegen des Drogenhandels eines der Gebiete mit der höchsten Mordrate in Mexiko. Hier kommt es regelmäßig zu Kämpfen zwischen Drogenkartellen und Streitkräften. (APA)

Share if you care.