Bundesbank-Chef Weber will Sarrazin Kompetenzen nehmen

10. Oktober 2009, 17:38
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In Affäre um verhetzende Äußerungen über Türken in Berlin

Berlin - Der Präsident der deutschen Bundesbank, Axel Weber, will einem Magazinbericht zufolge dem wegen umstrittener Äußerungen zu Migranten in Berlin in die Kritik geratenen Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin wesentliche Kompetenzen wegnehmen. Unter Berufung auf eine vertrauliche Vorlage für die Vorstandssitzung am kommenden Dienstag berichtete der Münchner "Focus", Sarrazin solle die Zuständigkeit für Bargeldumlauf und Risiko-Controlling verlieren. Er würde demnach nur noch für den Bereich Informationstechnologie verantwortlich bleiben, hieß es in dem Vorausbericht vom Samstag.

Weber hatte am vergangenen Wochenende Sarrazin indirekt den Rücktritt nahegelegt. Der frühere Berliner Finanzsenator hatte sich zuvor in einem Interview kritisch über in Berlin lebende Türken geäußert und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Unter anderem hatte der Sozialdemokrat eine mangelnde Integration vor allem von Türken und Arabern in der deutschen Hauptstadt kritisiert. Die Bundesbank hatte sich in einem ungewöhnlichen Schritt demonstrativ von den Äußerungen ihres Vorstandsmitglieds distanziert. Sarrazin hatte sich daraufhin öffentlich für seinen Tonfall entschuldigt, einen Rücktritt aber abgelehnt.

Vor seinem Wechsel zur Bundesbank war Sarrazin Finanzsenator in Berlin und auch in dieser Zeit immer wieder mit provokanten Äußerungen angeeckt. (APA/Reuters)

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    Axel Weber will Thilo Sarrazins Kompetenzen kürzen.

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