Dörfler beharrt auf 25-Prozent-Hürde

10. Oktober 2009, 13:46
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Feier zum 10. Oktober in Klagenfurt - Kärntner Heimatdienst nicht eingeladen - Wenig Interesse an Haider-Ausstellung

Klagenfurt - Bei der 10.-Oktober-Feier am Samstag in Klagenfurt, dem 89. Jahrestag der Volksabstimmung von 1920, hat Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (B) sein Beharren auf einer 25-Prozent-Hürde für die Aufstellung zweisprachiger Ortstafeln bekräftigt. Zugleich betonte er das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen in Südkärnten, das seit Jahrzehnten funktioniere und lediglich durch "einige Wenige" gestört werde.

Brauchtumsverbände, Abwehrkämpferbund, eine Abordnung des Bundesheeres und Kärntens Spitzenpolitiker feierten im Landhaushof den Ausgang der Volksabstimmung mit Blasmusik und Ansprachen. Der Kärntner Heimatdienst, dessen Obmann Josef Feldner seit Jahren in der sogenannten Kärntner Konsensgruppe für eine konstruktive Lösung der Ortstafelfrage eintritt, wurde allerdings nicht eingeladen. Beim Land Kärnten hieß es, man habe die Einladungsliste vom vergangenen Jahr herangezogen, es stecke keine Absicht dahinter.

Landtagspräsident Josef Lobnig (B) attackierte wie Dörfler den Rat der Kärntner Slowenen. Diese hatten eine Internationalisierung der Ortstafelproblematik angekündigt und wurden dafür von Lobnig als Nestbeschmutzer bezeichnet, denen man eine Absage erteilen müsse. Versöhnlicher waren die Töne von Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider (B), der erklärte: "Hier auf diesem Platz hat Haider seine letzte offizielle Rede gehalten. Er hat zum Miteinander aufgerufen, nehmen wir seine Botschaft auf."

Die Zahl der Besucher war im Vergleich zu den vergangenen Jahren eher spärlich, dazu trug wohl auch das regnerische Wetter bei. Im Bergbaumuseum, wo die umstrittene Haider-Ausstellung, die 38.000 Euro gekostet hat, erstmals für die Bevölkerung geöffnet hielt, herrschte am Vormittag überhaupt gähnende Leere. In den ersten Stunden wurde nicht einmal ein Dutzend Besucher registriert. Museumsleiter Gerhard Finding hoffte darauf, dass der Zustrom am Nachmittag - nach dem Ende der 10.-Oktober-Feiern - einsetzen würde. Die angekündigte Haider-Statue steht auch noch nicht. Laut Vizebürgermeister Albert Gunzer (B) soll sie "demnächst" aufgestellt werden. Es handle sich dabei aber nicht um eine Statue der Person Jörg Haiders, sondern um einen 3,40 Meter hohen Block aus schwarzem Granit, der von fünf bronzenen Händen umfasst werde. Damit solle das Verbindende Haiders symbolisiert werden, so Gunzer. (APA)

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