Schweizer Kirchen gegen Plakatverbote für Anti-Minarett-Initiative

10. Oktober 2009, 12:11

"Dem Stimmbürger zumutbar"

Bern - In der Debatte über die sogenannte Anti-Minarett-Initiative haben sich die Schweizer Kirchen grundsätzlich gegen Plakatverbote ausgesprochen. Der römisch-katholische Bischof von Sion (Sitten), Norbert Brunner, der Präsident des Evangelischen Kirchenbundes, Thomas Wipf, und der Vorsitzende des evangelischen Freikirchen-Verbandes, Max Schläpfer, haben ein solches Verbot als den falschen Weg bezeichnet, mit dieser Initiative umzugehen. Weder die Plakate der Anti-Minarett-Initiative noch jene der Freidenker sollten ihrer Ansicht nach untersagt werden, erklärten die kirchlichen Repräsentanten am Wochenende in Zeitungsinterviews mit dem "Landboten" und der "Thurgauer Zeitung".

Über das von der rechtsgerichteten Schweizerischen Volkspartei (SVP) und anderen Gruppen initiierte Anti-Minarett-Volksbegehren, für das 113.000 gültige Unterschriften zusammengekommen sind, wird am 29. November eine Volksabstimmung durchgeführt. Der Abstimmungstext besteht aus einem einzigen Satz, der dem Artikel 72 der schweizerischen Bundesverfassung zu Kirche und Staat beigefügt werden soll: "Der Bau von Minaretten ist verboten." Auf dem vielfach als rassistisch empfundenen SVP-Plakat sind eine verhüllte Frau sowie an Raketen erinnernde Minarette abgebildet, die eine Schweizer Fahne durchstechen. Vier Minarette stehen schon in der Schweiz, nämlich in Genf, Zürich, Winterthur und in der Nähe von Olten. 

Man dürfe dem Stimmbürger zumuten, dieses "entlarvende Plakat" selber zu beurteilen, erklärte Wipf. Für Schläpfer bringt es immerhin die "Angst vor einer Islamisierung unserer Gesellschaft zum Ausdruck". Die Initiative sei aber "völlig ungeeignet, um diesen Befürchtungen entgegenzutreten", betonte Bischof Brunner. Bei aller Ablehnung der Initiative würde er nie so weit gehen, die Plakate zu verbieten. Der Bischof gab indes zu, selber schon einmal "im Talar gewisse Plakate, die sich gegen den Papst, die Bischöfe und gegen die christlichen Kirchen wandten, entfernt zu haben". Auch das Plakat der Freidenker-Vereinigung "Da ist wahrscheinlich kein Gott..." sollte nach Ansicht der hohen Kirchenvertreter nicht verboten werden. "Das Plakat ist zwar anstößig, bringt aber auch etwas in Bewegung", räumte Wipf ein.

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) übte heftige Kritik an dem Plakat, das Vorurteile nähre, pauschalisierend sei und den Islam als negativ bedrohend darstelle. In den Augen der Anti-Rassismus-Kommission suggerieren die SVP-Plakate, dass von der muslimischen Minderheit eine Gefahr ausgehe und man diese fürchten müsse. Es entstehe der Eindruck, dass die Muslime die Schweizer Bevölkerung beherrschen wollten, Frauen unterdrückten und die Grundrechte missachteten. Dies komme einer Diffamierung der friedlichen muslimischen Schweizer Bevölkerung gleich und sei für den sozialen Zusammenhalt nicht förderlich. (APA/sda

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11 Postings
Besian Kosova
 
00
12.10.2009, 15:11
sehr warscheinlich...

wird schlecht.
http://lajmpress.com/lajme/maq... /1616.html

M0hammed
25
11.10.2009, 08:02
Wozu braucht ein Staat Stützpunkte der islamen Kämpfer auf seinem Territorium?

Wobei mir egal ist, welche Bauten wo errichtet werden.

Nicht egal ist, daß im Koran vorgeschrieben wird, daß die Ungläubigen, wir Europäer, schlechter als Vieh, wie Ungeziefer zu behandeln sind.

Diese Unterrichtung der Koranschüler macht die gefährliche Gefühlskälte der Terroristen aus.

Eine Unkultur aus dem 6. Jahrhundert kann keine Bereicherung unserer wissensbasierten, toleranten Kultur sein.

Memetik (Dawkins) beschreibt die Wirkung der Gedankenvererbung. Wer eine überwundene Kultur betreibt, hat nichts für uns nützliches zu vererben.

Darum sind alle, am Unwissen festhaltenden Religionen so gefährlich - unter Vorspiegelung von Geistlchkeit wird Blödsinn geboten und gegen Höllendrohung an die Menschen getragen.

weiter lesen
31
11.10.2009, 11:23
unserer wissensbasierten, toleranten Kultur sein.

komm runter vom hohen ross

sachertorte2
00
29.11.2009, 19:29

tolerant kommt von dolero, und das wird schön langsam unzumutbar!

Artischocke
 
71
10.10.2009, 20:06
Die Kirche scheint nichts gelernt zu haben

aus der Verfolgung der Juden. Damals wie heute schaut man lieber weg, solange es nicht gegen die eigenen Kirchtürme geht.

jake & elwood
00
30.11.2009, 08:37

Lesen'S einfach den Artikel da oben nochmal.

Jürgen Rembremerding
02
11.10.2009, 11:21
Da die Schweiz keien Juden verfolgt hat,

geht dieses Argument an den Schweizer Kirchen wohl vorbei!

Artischocke
 
20
11.10.2009, 13:45

Und die Schweizer Kirche hat nicht mitbekommen was in Deutschland los war?

Franz Rinnerli
38
10.10.2009, 15:08
Bravo für diesen Mut der Schweizer Kirchen!

Artischocke
 
20
11.10.2009, 13:45

Das ist kein Mut, das ist Feigheit vor dem Mob.

staunender
04
13.10.2009, 17:08
die Kirche

hat zur Initiative eine eindeutige Meinung und diese auch klar aufgezeigt (auch hier im Artikel). Wenn die Kirche sich gegen Plakatverbote ausspricht, sowohl GEGEN ein Verbot eines atheistischen Plakates als auch gegen ein dümmliches Antiminarettplakat, dann beweist dies eher, dass zumindest ein Teil der Kirche dran denkt, die Fakten der französischen Revolution langsam zur Kenntnis zu nehmen...

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