Neuer Behindertenanwalt ab 2010 gesucht - Ex-Sozialminister Buchinger als möglicher Kandidat
Österreich erhält einen neuen Behindertenanwalt. Das
Sozialministerium hat die Nachfolge des früheren FP-Chefs und
Vizekanzlers Herbert Haupt, der mit Jahresende in Pension geht, am
Wochenende im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" ausgeschrieben. Gesucht
wird demnach ein Akademiker mit Kenntnissen im Arbeits-, Sozial- und
Gleichbehandlungsrecht sowie Führungs- und Managementerfahrung. Als
möglicher Kandidat gilt der frühere SP-Sozialminister Erwin
Buchinger.
Die Funktion des Behindertenanwalts im Sozialministerium wurde mit
dem 2006 in Kraft getretenen Behindertengleichstellungsgesetz
geschaffen. Er ist unabhängig und weisungsfrei gestellt, dient
betroffenen Personen als Anlaufstelle, hält Sprechtage in den
Bundesländern ab und ist auch im 26-köpfigen Bundesbehindertenbeirat
vertreten. Bestellt wird der Behindertenanwalt vom Sozialminister für
jeweils vier Jahre. Erster Amtsinhaber war der frühere
FP-Sozialminister und Vizekanzler Herbert Haupt, der mittlerweile zum
BZÖ gewechselt ist.
Haupt geht nach Ablauf seiner Funktionsperiode mit Jahresende in
Pension. Sein Nachfolger sollte laut Ausschreibung des
Sozialministeriums über ein abgeschlossenes Studium "oder
vergleichbare Kenntnisse" verfügen, sowie "Führungs- und
Managementerfahrung" aufweisen und Kenntnisse auf den Gebieten der
Belange von Menschen mit Behinderungen sowie des Gleichbehandlungs-,
Arbeits- und Sozialrechts mitbringen. Ebenfalls gefordert:
Organisationstalent, strategisches Denken, Teamfähigkeit sowie
Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit. Die Bewerbungsfrist ans
Sozialministerium läuft bis 10. November.
Als möglicher Kandidat gilt laut APA-Informationen
Ex-Sozialminister Erwin Buchinger, der nach seinem Abgang aus der
Regierung in seine alte berufliche Heimat, das Arbeitsmarktservice,
zurückgekehrt ist und dort an "Sonderprojekten" werkt. Dem gebürtigen
Oberösterreicher werden seit längerem Ambitionen auf die Rückkehr ins
Sozialministerium nachgesagt, konkret als Leiter der
Arbeitsmarktsektion. Während die Chancen für den Sektionschef-Posten
dem Vernehmen nach schlecht stehen, werden Buchinger beim
Behindertenanwalt durchaus Chancen eingeräumt, zumal er auch
politisch ins Jobprofil passen würde: In seine Amtszeit als
Sozialminister fiel die erste Erhöhung des Pflegegeldes seit 1995.
Außerdem hat er einen behinderten Sohn und kennt die Lage daher aus
eigener Erfahrung. (APA)