Medwedew vermied Gespräch mit Juschtschenko

10. Oktober 2009, 11:00
8 Postings

Irritationen zwischen russischem und ukrainischen Präsidenten bei Gipfeltreffen in Chisinau

Wenig harmonisch ist ein Präsidententreffen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) am Freitagabend in der moldauischen Hauptstadt Chisinau beendet worden. Der russische Präsident Dmitri Medwedew entzog sich einem geplant gewesenen Vieraugengespräch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Viktor Juschtschenko, während der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko Russland mangelnde Hilfe für die benachbarten Ex-Sowjetrepubliken vorwarf.

Zu seiner überraschenden Entscheidung, das Gespräch mit Juschtschenko abzusagen, sagte Medwedew: "Er wollte, aber ich konnte nicht. Ich habe meinen Zeitplan und andere Erledigungen zu verrichten." Die Beziehungen zwischen Moskau und Kiew sind seit der ukrainischen orangefarbenen Revolution 2005 gespannt. Juschtschenko sagte seinerseits vor ukrainischen Journalisten: "Die Position der russischen Seite hat eine Zusammenkunft (mit Medwedew) unmöglich gemacht."

Lukaschenko übte heftige Kritik an der nach seiner Darstellung nicht ausreichenden russischen Finanzhilfe für Weißrussland (Belarus), dem Moskau einen 500-Millionen-Dollar-Kredit verweigert hatte. "Wenn sie uns Geld geben, bedanken wir uns. Wenn sie es nicht geben, werden wir uns auch zurecht finden können", sagte der weißrussische Präsident.

Die Staatschefs der GUS unterzeichneten in Chisinau offenbar auf russischen Wunsch hin eine gemeinsame Erklärung, in der der sowjetische Beitrag zum Sieg der Anti-Hitler-Koalition 1945 besonders hervorgehoben wurde. Der GUS gehören neben Russland zehn ehemalige Sowjetrepubliken an (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan, Weißrussland, Moldawien und Aserbaidschan). Georgien ist aus der GUS ausgetreten. (APA)

Share if you care.