US-Basen nach Taliban-Angriff geschlossen

9. Oktober 2009, 22:12
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Teil der neuen US-Strategie

Kabul - Sechs Tage nach schweren Angriffen der Taliban sind zwei amerikanische Außenposten in der ostafghanischen Provinz Nuristan geschlossen worden. Die Verlegung der Truppen sei bereits vor dem Angriff im Distrikt Kamdesch geplant gewesen, teilte die Internationale Schutztruppe ISAF am Freitag mit. Der Schritt folge der neuen Strategie von ISAF-Kommandanten Stanley McChrystal, Soldaten aus entlegenen Regionen abzuziehen und in bevölkerungsreicheren Gegenden zu stationieren. Bei den Gefechten waren am vergangenen Samstag nach Armeeangaben acht amerikanische Soldaten und zwei afghanische Soldaten sowie rund 100 Taliban-Kämpfer getötet worden.

Die Taliban teilten am Freitag auf ihrer Webseite mit, die Amerikaner seien bereits am vergangenen Dienstag abgezogen und hätten eine verlassene Basis anschließend bombardiert und zerstört. Das zeige, "dass der Feind nicht die Absicht hat, in die Gegend zurückzukehren". Am vergangenen Mittwoch hätten Mujaheddin "die Flagge des Islamischen Emirates Afghanistan" auf dem Verwaltungsgebäude in Kamdesch gehisst. Tausende Menschen hätten an der Zeremonie teilgenommen.

Die ISAF teilte in ihrem Lagebericht mit, afghanische und ausländische Truppen hätten mehrere Aufständische getötet oder gefangen genommen. Zu Operationen gegen die Taliban sei es in der westafghanischen Provinz Herat, in der zentralafghanischen Provinz Wardak, in der südafghanischen Provinz Kandahar sowie in Kandahar-Stadt gekommen. Waffen und Munition seien beschlagnahmt und zerstört worden. Im Süden des Landes sei ein ISAF-Soldat an Verletzungen gestorben, die er bei einem Anschlag erlitten habe. Angaben zur Nationalität machte die ISAF nicht. (APA)

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