Einfach unvorstellbar

9. Oktober 2009, 21:17
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Es wird eng. Das ist wissenschaftlich - wenn schon nicht bewiesen, so doch von uns als Forschungssensation berichtet.

Wir schrieben über "Saturns allergrößten Ring" . Dieser habe einen Durchmesser, der eine Milliarde Mal größer als die Erde sei. Ein paar Zeilen weiter wurden wir präziser, es war von einem Durchmesser von 13 Millionen Kilometern zu lesen. Geprüfte Standard-Leser beginnen an solchen Textstellen nachzurechnen und werden nicht enttäuscht. Die Erde hat dieser Rechnung zufolge einen Durchmesser von lediglich 13 Metern. Das Gedränge auf diesem Kugerl möchte man sich nicht vorstellen.

Tatsächlich sind die Ausdehnungen des Rings (Breite und Höhe der Staubmasse, wenn man sich das als Körper denkt) so enorm, dass die Erde eine Milliarde Mal hineinpassen würde - der Durchmesser taugt nicht für Vergleiche.

Korrekt benannt heißt der im Artikel angesprochene Saturn-Mond Phoebe und nicht Phoebus. Die eine, Phoebe, wird in der römisch-katholischen Kirche als Heilige verehrt - sie soll den Christen in Korinth Beistand gewährt haben - der andere, Phoebus Apollon, war eine der Hauptgottheiten der griechischen Antike.

Eine weitere Namenskorrektur ist vorzunehmen. In der Schwerpunktausgabe "1989" widmeten wir Siegbert Schefke einen Artikel. Er hatte damals verbotenerweise die ersten Bilder der sogenannten Montagsdemonstrationen gemacht und in den Westen bringen lassen. Später schrieb er Artikel unter einem Pseudonym: Sieglinde Schaf. Erst nach Drucklegung teilte er mit, dass er sich Scharf und nicht Schaf genannt hatte.

Eine Frage anderer Tragweite beschäftigte uns mit der Abstimmung der Iren über den EU-Vertrag. Viele Eventualitäten bedenkend informierten wir, "Polens Aleksander Kwaśniewski hat angekündigt, dass er seine Blockade bei einem Ja der Iren aufgeben werde." Das wäre nicht verwunderlich, Aleksander Kwaśniewski hat Polen in seiner Präsidentschaft schließlich in die EU geführt, er ist jedoch nicht mehr Präsident. Europa wartet auf die Unterschrift von Lech Kaczyński.

Zurück zur Wissenschaft. Wir befassten uns am Mittwoch mit Innovationsförderung: "Im Forschungsmusterland Finnland versucht dies die Förderagentur Tekes mit sogenannten Shops." Es wurde nicht verraten, was man in solchen Shops bekommen könnte. Gemeint war: SHOKs, ein finnisches Akronym, in Englisch "Strategic Centres for science, technology and innovations" . Im Land der Pisa-Sieger wird strategisch überlegt, nicht an Shopping gedacht. (Otto Ranftl/Leserbeauftragter/DER STANDARD/Printausgabe, 3.10.2009)

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