Ein Gespenst soll das Fürchten lehren

9. Oktober 2009, 19:18
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Weil der Joschi manchmal ein Ventil braucht, um seiner Wut Ausdruck zu verleihen, entstand Gruselfurzwuselpups

Am Anfang steht ein Wort: Gruselfurzwuselpups. Der kleine Joschi hat es erfunden, weil er nicht "normal" fluchen soll. Denn unanständige Wörter zu sagen schickt sich nicht, sagt seine Oma. Die ist eine ganz Vornehme. Weil der Joschi manchmal aber ein Ventil braucht, um seiner Wut Ausdruck zu verleihen, hat sie ihm nahegelegt, ein eigenes Wort zu kreieren. So entstand Gruselfurzwuselpups. Dann war da noch Mizzi, Joschis Schwester, die vor nichts Angst hat. Das sind die zwei Startpunkte der neuen Geschichte von Christine Nöstlingers "Die Sache mit dem Gruselwusel".

Joschi will Mizzi nämlich zeigen, was es heißt, Furcht zu haben. Deshalb bastelt er eine Art Gespenst. Als der dabei dreimal im Zorn hintereinander seine Wortschöpfung rausschreit, erwacht das Ding zum Leben. "Ich bin ein Baby-Gruselwusel", sagt das kleine Gespenst - und das Abenteuer kann beginnen. Das Buch für Kinder ab dem fünften Lebensjahr in der typischen Nöstlinger-Sprache eignet sich bestens zum Vorlesen. Wie beim Kinderbuchklassiker "Das kleine Ich bin Ich" von Mira Lobe findet sich in den Umschlagseiten auch eine Bastelanleitung für das eigene kleine Gespenst. Ohne es getestet zu haben: Einfach schaut das nicht aus. Die "Gefahr" für Eltern ist jedoch groß, dass das Kind einen Gruselwusel will. Als neuer Bewohner würde er im Haushalt jedenfalls ein bisschen mithelfen - würde er nur lebendig werden, denn: Seine Lieblingsspeise sind Spinnweben. (Peter Mayr, DER STANDARD Printausgabe, 10./11.10.2009)

Christine Nöstlinger (Bilder: Franziska Biermann), "Die Sache mit dem Gruselwusel". € 14,90 / 64 Seiten. Residenz-Verlag,

Salzburg 2009

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