Volksbanken gegen ÖVAG

9. Oktober 2009, 18:44
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Streit im Sektor um Ankauf von Spezialbanken

Wien - Tieftrübe Stimmung im österreichischen Volksbankensektor. Zum einen muss man sich mit (allseits dementierten) Gerüchten herumschlagen, wonach die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) mit der Cerberus-eigenen Bawag fusioniert werden könnte. Beide Institute haben das Bankenhilfspaket des Bundes in Anspruch genommen, die ÖVAG konnte bisher die Zinsen nicht bedienen.

Zum anderen gärt es im Volksbankensektor auch intern. Der längst nach außenhin kommunizierte und im Feasibility-Bericht an Regierung und EU-Kommission integrierte "sektorinterne" Verkauf von Volksbank Wien, Immobank, Ärztebank, Volksbank Linz Mühlviertel und Factoring-Bank ist noch immer nicht beschlossen. Dieser Verkauf (um 250 bis 280 Mio. Euro) von ÖVAG an die "kleinen Volksbanken" soll helfen, die Bilanz der ÖVAG zu verkürzen - und damit ihren Eigenkapitalbedarf zu verringern. "Es wird aber intern heftig darüber gestritten. Dass der Verkauf heuer noch über die Bühne geht, ist unwahrscheinlich", konstatiert ein mit der Sache vertrauter Banker.

Zwar sei unumstritten, dass die Volksbanken kaufen werden (62 Volksbanken halten rund 58 Prozent an der ÖVAG, die Deutsche DZ Bank Gruppe 25 Prozent) - die Aufteilung der Pakete und die Frage, wer wofür mitzahlt, ist aber Gegenstand heftiger Verwerfungen, wie es heißt. Die Volksbanken in Westösterreich beispielsweise verstünden gar nicht, warum sie für den Erwerb der im Osten aktiven Volksbank Wien in die Tasche greifen sollten. Nun arbeite man daran, "regional verträglich finanzierte" Pakete zusammen zu stellen.

Dazu kommt, dass auch heuer wieder viele Miese drohen - der Verlust könnte, zusammen mit dem der Tochter Investkredit, an die 500 Mio. Euro betragen. Wobei der Verkaufserlös aus den kleinen Banken kaum eine Rolle spielen würde: Der Buchgewinn für die ÖVAG läge bei rund 50 Mio. Euro. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.10.2009)

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