AP und Murdoch wollen Suchmaschinen zur Kasse bitten

9. Oktober 2009, 17:56
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Tom Curley: "Wir Content-Produzenten haben zu langsam auf die freie Ausbeutung von Nachrichten reagiert" - Murdoch für neue Bezahlmodelle, damit nicht "die Content-Kleptomanen triumphieren"

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und das Medienkonglomerat News Corporation wollen Suchmaschinen wie Google und Yahoo nach Angaben des "Digital Journal" künftig zur Kasse bitten. Das Magazin berichtete am Freitagabend online, dass der Besitzer von News Corp., Rupert Murdoch, und der Geschäftsführer von AP, Tom Curley, entsprechende Schritte bei einer Veranstaltung in Peking in Aussicht stellten. Wie und in welcher Höhe sie das bisher frei zur Verfügung gestellte Nachrichtenmaterial verkaufen wollen, ließen Murdoch und Curley zunächst offen. An dem Symposium in Peking nahmen dem Journal zufolge etwa 300 Vertreter von 170 Medien in 80 Ländern teil.

"Wir Content-Produzenten haben zu langsam auf die freie Ausbeutung von Nachrichten reagiert", sagte Curley vor 300 Teilnehmern des "World Media Summits" in der Großen Halle des Volkes. Auf der einen Seite gebe es Nachrichtenmedien, die mit hohen Kosten aktuelle Informationen sammelten. Auf der anderen Seite gebe es Unternehmen, die davon profitierten, ohne dafür zu zahlen. Massenhaft genutzte Web-Angebote wie Wikipedia, YouTube und Facebook seien zu zentralen Umschlagplätzen für Nachrichten geworden und hätten die Online-Auftritte traditioneller Nachrichtenmedien verdrängt. "Wir Content-Produzenten müssen schnell und entschlossen handeln, um die Kontrolle über unseren Content wieder zu erlangen", sagte Curley.

Murdoch für neue Bezahlmodelle

Murdoch sprach sich für neue Bezahlmodelle für Nachrichten im Internet aus. Der Vorstandschef von News Corp. sagte, es gebe zurzeit eine Bewegung hin zu bezahltem Content. Dies müsse jetzt genutzt werden, damit nicht "die Content-Kleptomanen triumphieren".

Die Nachrichtenagentur AP erwartet, dass die Einnahmen aus dem Vertrieb ihrer Dienste in diesem Jahr auf 700 Mio. Dollar (474 Mio. Euro) sinken werden, nachdem es im vergangenen Jahr noch 748 Mio. Dollar gewesen waren. Hintergrund sind massive Finanzprobleme von Zeitungen und Rundfunksendern in den USA, die unter der Abwanderung ihres Anzeigengeschäfts ins Internet leiden.

Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao versprach den Teilnehmern der Konferenz aus 80 Ländern, seine Regierung werde die Berichterstattung ausländischer Medien aus China "gemäß der Gesetze und Bestimmungen" sichern. Die internationale Presse habe eine wichtige Rolle, um die Welt über die Entwicklungen in China zu unterrichten. Er rief die Nachrichtenmedien dazu auf, auf die Förderung des Friedens hinzuwirken. Murdoch forderte von der Führung in Peking, die Medienlandschaft in China dem Wettbewerb zu öffnen. (APA)

 

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