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Wien/Brüssel/Istanbul - Der Reformprozess in der Türkei müsse "signifikant beschleunigt werden". Insbesondere bei den Grund- und Bürgerrechten gebe es auch drei Jahre nach dem Start der Beitrittsverhandlungen mit der EU noch "erhebliche Defizite" . Zu diesem Schluss kommt die EU-Kommission in ihrem jährlichen Prüfbericht, den sie laut Informationen der Financial Times Deutschland am nächsten Mittwoch offiziell präsentieren wird.
Die Mängel betreffen insbesondere "Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Religionsfreiheit, Gewerkschaftsrechte, zivile Kontrolle über das Militär und die Gleichberechtigung von Mann und Frau" . Auch gegen häusliche Gewalt, Zwangsehen und Ehrenmorde müsse die Regierung in Ankara etwas unternehmen, heißt es in dem Bericht.
Positiv hervorgehoben werden die Anstrengungen der türkischen Regierung, die Beziehungen mit Armenien zu verbessern oder auch die Einrichtung eines Fernsehsenders für die kurdische Minderheit. Am Samstag wird die Türkei mit Armenien ein Abkommen über wirtschaftliche Kooperation und bei der Energieversorgung unterzeichnen und wieder diplomatische Beziehungen aufnehmen. Die Schweiz war der Vermittlerin.
Aus österreichischer Sicht interessant ist das Brüsseler Lob für das Engagement beim geplanten Bau der Gaspipeline "Nabucco".
Fortschritt im Zypern-Streit
Nach wie vor ungelöst ist das Problem der Anerkennung von Zypern als EU-Mitgliedsland durch Ankara. In diesem Zusammenhang hat Kommissionspräsident José Manuel Barroso den Österreicher Leopold Maurer (62) als persönlichen Repräsentanten für die Uno-Mission in Zypern ernannt. Maurer, der aus der Wirtschaftskammer kommt, war bisher EU-Vertreter in Montenegro und in der Vergangenheit in der Kommission verantwortlich für die Beitrittsverhandlungen Zyperns. (Thomas Mayer/DER STANDARD, Printausgabe, 10.10.2009)
Kroatiens Außenministerin Vesna Pusic will die Reform-Erfahrung den anderen Westbalkanstaaten weitergeben
Das Scheitern der Gespräche zwischen Serbien und Kosovo ist nur ein Mosaikstein beim Stillstand der EU-Erweiterung. Kroatien tritt der Union am 1. Juli bei, dann dürfte vorläufig einmal Schluss sein
Beitrittsgespräche sollen im Juni beginnen
Serbiens Demokratische Partei feiert das Ja aus Brüssel und geht damit in die Wahlen Anfang Mai - Die Opposition wittert Hochverrat in der Kosovo-Frage
Rumänien fordert Unterricht in der Muttersprache für die rumänische Minderheit in Serbien und droht, Kandidatenstatus zu blockieren
Rumänischer Präsident hat keine Vorbehalte mehr - Entscheidung über Schengen-Beitritt von Bulgarien und Rumänien im September
Außenminister gaben in Erklärung grünes Licht - Endgültige Entscheidung bei EU-Gipfel am Freitag
Weg frei für Referendum und Ratifizierungen - Im Juli 2013 soll Zagreb 28. Mitglied werden
Europaminister Bagiş widerspricht negativer Beurteilung durch Brüssel
Beitrittsverhandlungen mit Montenegro sollen beginnen: Justizwesen muss stark reformiert werden
Außenminister Žbogar: Perspektive treibt Reformen an
EU-Kommission kündigt an, den Druck auf beitrittswillige Ländern erhöhen zu wollen
Stimmen die Staaten dem Abschluss der Verhandlungen zu, wird Kroatien Mitte 2013 zum 28. Mitglied der EU
Brüssel verlangt mehr Zusammenarbeit mit Prishtina - Nur mehr 37 Prozent Zustimmung für EU-Beitritt
Österreichs neuer Außenstaatssekretär Wolfgang Waldner im STANDARD-Interview
Füle: Albanien, Bosnien-Herzegowina und Kosovo als größte Herausforderungen
Außenminister beraten Szenarien zu Sudan - Enttäuschung über Nichtverlängerung von Israels Siedlungs-Moratorium
Štefan Füle: Auslieferung Mladićs entbindet Belgrad nicht von seinen Hausaufgaben
EU-Beitritt ist zentrales Projekt der Regierung - 60 Prozent der Bevölkerung wollen Abschluss der Beitrittsgespräche
Entwurf der Gipfelerklärung: Aufruf zu Reformen in mehreren Schlüsselbereichen
Bulgarien gibt Idee vom schnellen Beitritt zur grenzenfreien EU auf
EU-Innenminister beschlossen aber Verbindung mit Monitoring-Prozess
Die negativen Berichte passen perfekt zur vorherrschenden Ohnmacht - Von Adelheid Wölfl
Das ist ja eines der tollen Sachen an der EU. Man kann Ländern eine Verbesserung der Menschenrechte aufzwingen ohne in den Krieg zu ziehen.
George Bush, take note!
Und dass die Türkei großteils in Asien liegt, ist sowieso komplett wurscht. Dass ist nur eine billige Ausrede von den Leuten die gegen einen Beitritt sind.
Zumindest habe ich erhebliche Zweifel, dass die Leute die dieses Argument immer bemühen etwas gegen einen einen Beitritt zB Neuseelands hätten.
(Zypern und die diversen kolonialen Restbestände liegen ja auch nicht in Europa)
Namen sind Schall und Rauch. Die EU heißt erst seit 1993 EU, sie kann den Namen auch nochmal ändern, in Eurasische Union, Weltunion, oder was weiß ich was.
Dem kann ich mich nur anschließen.
Ich war im Sommer wieder einmal in Anatolien und in Istanbul und habe u.a. mit Angehörigen von religiösen bzw. ethnischen Minderheiten gesprochen. Durchwegs sprechen sie sich entschieden dafür aus, dass die Türkei in die EU aufgenommen wird.
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich das Land einigermaßen gut kenne, in dem ich 16 Jahre gelebt habe.
Ich glaube außerdem, dass die EU sich nicht der Chancen-geopolitische Lage- begeben sollte, die sich aus einem EU-Beitritt der Türkei ergeben.
MfG Erwin Holzer
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