CERN-Physiker mit Kontakten zu Al Kaida bleibt in Haft

12. Oktober 2009, 20:37
5 Postings

Pariser Justiz erhob Anklage

Paris - Ein unter Terrorverdacht stehender Physiker, der beim CERN-Atomlabor beschäftigt war, bleibt bis auf weiteres in Frankreich in Haft. Die Pariser Justiz erhob am Montag vorläufig Anklage gegen den 32-jährigen Franzosen algerischer Herkunft. Damit bleibt der am Donnerstag bei Lyon festgenommene Verdächtige in Haft. Dem Forscher wird die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben zur Last gelegt.

Laut Informationen aus französischen Justizkreisen hat der Physiker Internet-Kontakte zu einem Verbindungsmann von Al Kaida in Nordafrika zugegeben. In E-Mails seien vage gehaltene Pläne für Terroranschläge erörtert worden. Konkrete Planungen habe es aber nicht gegeben. Der Physiker soll beim Teilchenbeschleuniger des Europäischen Kernforschungszentrums (CERN) in der Schweiz an Analyseprojekten gearbeitet haben. Er habe niemals mit Bereichen zu tun gehabt, die sich für terroristische Zwecke nutzen ließen, betonte die Forschungsinstitution.

Der Mann war am Freitag zusammen mit seinem Bruder in der Nähe von Lyon festgenommen worden. Der Bruder wurde am Samstag wieder auf freien Fuß gesetzt.

CERN betreibt bei Genf den größten Teilchenbeschleuniger der Welt. Die Forscher erhoffen sich von der Urknall-Anlage in einem 27 Kilometer langen Tunnel Antworten auf grundlegende Fragen nach Entstehung und Aufbau des Universums. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.