Österreichs Manager sehen noch hartes Jahr voraus

9. Oktober 2009, 17:12
posten

Die Handlungsstrategien zur Bewältigung der Wirtschaftskrise seien über die Branchen hinweg relativ ähnlich - Einsparungen oder liquiditätssteigernde Maßnahmen allein reichen aber nicht aus, sagen Experten

Von einer „Genesung der Wirtschaft" könne noch lange keine Rede sein, sagt Kurt Oswald, Principal beim Beratungsunternehmen A.T. Kearney in Wien, anlässlich der Präsentation des aktuellen Top-Manager-Index (TMI). Die heuer zum siebenten Mal von A.T. Kearney gemeinsam mit dem Institut für Unternehmensführung der Wirtschaftsuniversität Wien durchgeführte Umfrage unter 115 Managern ergab insgesamt eine gedämpfte Sicht auf die Unternehmensentwicklungen für das Jahr 2010.

Unterdrückung von Symptomen

60 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ihre Gesamtperformance deutlich schlechter als vor Ausbruch der Wirtschaftskrise ausfallen werde. Und noch schlechter als die unternehmenseigene Performance falle - so die Umfrageergebnisse - die Performance der jeweiligen Branche aus. Maßnahmen, die in vielen Unternehmen aktuell zur Krisenbewältigung gesetzt werden, gleichen mehr einer Unterdrückung von Symptomen, so die Bewertung der Experten. In erster Linie reagieren Österreichs Unternehmen mit Kostenreduktion, Liquiditätssicherung und einer Anpassung in der Unternehmenssteuerung, sagt Gerhard Speckbacher vom Institut für Unternehmensführung der WU Wien.

Im Bereich der kostenreduzierenden Maßnahmen, so Speckbacher weiter, haben Preisnachlässe und Sonderkonditionen von Lieferanten für 64 Prozent der befragten Unternehmen eine starke Bedeutung. Für ebenfalls 64 Prozent seien Anpassungen bei der Produktion wichtig. Bei der Personalfreisetzung allerdings sei keine hohe Dynamik zu erkennen. Nur 26 Prozent der Unternehmen halten diese Maßnahme für wichtig. Allerdings könne dies bei einer unvorhergesehenen Verschärfung der Krise abrupt ins Gegenteil kippen, so die Experten sinngemäß.

Bei strategischen, umsatzerhöhenden Maßnahmen im Rahmen eines Krisenmanagements seien österreichische Unternehmen "zurückhaltend". Beide Bereiche werden von 59 Prozent noch vernachlässigt, so Oswald. Sein Rat: Kundenservices ausbauen, neue Produkte einführen, strategische Partnerschaften entwickeln oder Investitionen in Forschung und Entwicklung konzentrieren. (Heidi Aichinger, DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.10.2009)

Share if you care.