Menschliche Schäden

9. Oktober 2009, 17:13
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Stress als Problem der Chefs und Mitarbeiter

Nur ein Fünftel der Führungskräfte sagt derzeit, die Ängste der Mitarbeiter beseitigen zu können, geht aus einer aktuellen Befragung des Personaldienstleisters AchieveGlobal hervor. Mehr als die Hälfte der Manager sagt dort, dass Stress ein ziemliches Problem für ihre Mitarbeiter sei. Das klingt nach ehrlichen Antworten.

Die Finanzkrise setzt viele Unternehmen in vielen Branchen seit eineinhalb Jahren einem permanenten Stresstest aus. Auf Mitarbeiter-Ebene entstehen dadurch zunehmend Sollbruchstellen, denn: Der größere Blick ist nach wie vor unschön - die Arbeitslosigkeit wird auf weiten Teilen des Kontinents vermutlich bald zweistellig sein. Viele sehen die Kollegenreihen gelichtet. Mehr Druck und Arbeit ist auf weniger Köpfe verteilt. Dazu kann man Chefs als überfordert erleben - die Finanzkrise hat auch in den Unternehmen menschliche Schäden hinterlassen, dort, wo man sie gar nicht auf den ersten Blick sieht.

Für Führungskräfte heißt das: Wo es geht, Druck herausnehmen, wo es geht, erklären, was das erwartete Ende der Rezession für das Unternehmen bedeuten kann, und zweimal hinschauen, wo intern Schäden sind, die Reparatur, nein: Heilung brauchen. Die Sehnsucht nach Stabilität und Vorhersagbarkeit - nach "Normalität" - ist sehr groß. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.10.2009)

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