Rooney drückt keine Daumen für Ronaldo

10. Oktober 2009, 14:46
13 Postings

Portugiesen gegen Ungarn unter Zugzwang - Schweden braucht Punkte gegen Dänemark - "Trap" möchte den Weltmeister ärgern

Wien - Anspannung, Nervosität, Vorfreude - in der finalen Phase der Qualifikation für die Fußball-WM 2010 in Südafrika sind die Gefühle breitgestreut. So ist etwa das große Zittern in Portugal, Kroatien, der Türkei, Tschechien, Schweden oder Griechenland ausgebrochen. Wanye Rooney, der mit England die Fahrkarte bereits in der Tasche hat, macht kein Hehl daraus, den Portugiesen nicht die Daumen zu drücken.

"Es wäre schön, würden sie nicht dabei sein, da sie uns sowohl im WM-Turnier 2006 in Deutschland als auch 2004 in ihrer Heimat eliminiert haben", sagte der Stürmer von Manchester United, der am Samstag mit den Three Lions in der Ukraine (Gruppe 6) antritt. Rooney kann sich noch gut daran erinnern, wie er und seine Teamkicker im ManUnited-Dress von ihrem damaligen Klubkollegen Cristiano Ronaldo verhöhnt wurden, nachdem England das Ticket für die EM 2008 verpasst hatte.

Der Portugiese wollte den Äußerungen Rooneys keine große Bedeutung zumessen. "Ich bin sicher, dass er gescherzt hat", meinte der Real-Star im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag. "Er ist ein guter Freund von mir und er weiß, dass Portugal eine Top-Mannschaft ist. Er hat ein paar Mal gegen uns gespielt und nie gewonnen. Aber ich bin sicher, dass er gescherzt hat, weil er doch einige Freunde hier (im portugiesischem Team, Anm.) hat."

Ronaldo selbst ist laut Teamchef Carlos Queiroz für die vorentscheidende Partie der Portugiesen gegen Ungarn fit. "Ich bin bereits bei hundert Prozent", erklärte der zuletzt am Knöchel angeschlagene Torjäger, der in der WM-Qualifikation weiter auf seinen ersten Treffer wartet.

Die in der Gruppe 1 drittplatzierten Portugiesen mit dem teuersten Fußballer der Welt in ihren Reihen haben vor dem Duell mit dem punktegleichen Ungarn in Lissabon schon denkbar schlechte Karten. Sie weisen auf die führenden Dänen fünf und auf den Zweiten Schweden zwei Punkte Rückstand auf. Die zwei Nordländer prallen ebenfalls am Samstag in Kopenhagen aufeinander, wobei den Hausherren ein Sieg zur WM-Teilnahme genügt.

Dänen wollen "Thron von Nordeuropa"

"Wir wollen den Thron in Nordeuropa zurückerobern", kündigte der Juventus-Däne Christian Poulsen an, während das schwedische Sturm-Ass Zlatan Ibrahimovic seinen Blau-Gelben Mut macht und über den Gegner spottet: "Die Dänen wollen 4-3-3 spielen wie mein Verein in Barcelona. Dabei haben sie überhaupt keine technisch guten Spieler." Die Schweden haben zuletzt fünfmal in Serie die Qualifikation für ein EM- oder WM-Turnier geschafft, während die Dänen zweimal nur Zuschauer waren und zuletzt vom Nachbarn ausgebremst wurden.

Giovanni Trapattoni möchte mit einem Sieg seiner Iren in Dublin den Italienern die vorzeitige Fixierung der WM-Teilnahme vermasseln (Gruppe 9). "Wir haben noch nichts erreicht. Jedes Resultat ist in Dublin möglich", mahnte Marcello Lippi seine Schützlinge zur Konzentration. Trapattoni habe die Iren technisch und taktisch verbessert und sie überzeugt, dass sie jedem standhalten können, sagte Lippi.

Die Azzurri und der Maestro

"Uns erwartet eine Schlacht, die Iren werden wie verrückt angreifen", glaubt Torhüter Gianluigi Buffon an einen aggressiv und offensiv eingestellten Gastgeber. Vor dem früheren Salzburg- und Italien-Trainer hat der Juve-Keeper großen Respekt. "Er hat ein Stück Geschichte unserer Squadra Azzurra geschrieben". Der "Maestro" hat seine Schützlinge jedenfalls heiß gemacht. "Wir können den Weltmeister schlagen", sagte Kevin Kilbane.

Revanche lautet das Stichwort für die Schweiz (Gruppe 2) vor dem Gastspiel in Luxemburg. Denn ohne die peinliche 1:2-Heimniederlage gegen den 119. der Weltrangliste stünde die Truppe von Teamchef Ottmar Hitzfeld längst als WM-Starter fest. "Wir haben einiges gutzumachen", sagte der Deutsche. "Wenn wir jetzt noch scheitern, müssen wir uns auf reichlich Kritik gefasst machen", brachte es Mittelfeldmann Benjamin Huggel auf den Punkt.

Unter den Griechen, die als Tabellenzweiter drei Punkte Rückstand auf die Eidgenossen aufweisen, herrscht schon vor dem Anpfiff in Athen gegen Lettland Tristesse. Dabei darf sich der Europameister von 2004 noch Hoffnungen auf die Barrage machen. Trotzdem werden höchstens 15.000 Zuschauer im 66.000 Personen fassenden Olympia-Stadion erwartet. Der 71-jährige Teamchef Otto Rehhagel: "Wir sind besser, dürfen den Gegner aber nicht unterschätzen."

Party in Preßburg vorbereitet

Während man in Preßburg (Gruppe 3) gegen Slowenien eine Mega-Party für die erste Teilnahme der Slowakei an einem großen Turnier seit der Eigenständigkeit 1993 vorbereitet hat, kann es Frankreich im Österreich-Pool (7) nicht mehr aus eigener Kraft auf direktem Weg nach Südafrika schaffen. Der Ex-Weltmeister hat vor dem Heimspiel gegen die Färöer vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Serbien, der Rumänien zu Gast hat. (APA/Reuters/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ronaldo fordert im Viertelfinale der WM 2006 eine Karte für Rooney. Wayne überhaupt nicht amused, stößt den mittlerweile teuersten Spieler der Welt unsanft zur Seite.

Share if you care.