Nobelpreise für weltpolitische Friedensinitiativen

9. Oktober 2009, 17:25
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Brandt und Gorbatschow für Beitrag zu Ost-West-Versöhnung geehrt - Mehrere Nobelpreise für Bemühungen im Nahostkonflikt

Hamburg - Versöhnungsinitiativen in weltpolitischen Konflikten wurden mehrfach mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. In der Begründung für die Vergabe an Barack Obama verwies das Nobelpreiskomitee auf die Preisträger Willy Brandt und Michail Gorbatschow. Mit Blick auf die Bemühungen um eine Lösung im Nahost-Konflikt erinnert die Entscheidung für Obama etwa an die Auszeichnung von Yasser Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin.

MICHAIL GORBATSCHOW wurde 1990 unter anderem für seinen entscheidenden Anteil an den politischen Umwälzungen in der Sowjetunion und der Überwindung des Ost-West-Konfliktes ausgezeichnet. Das letzte Staatsoberhaupt der 1991 aufgelösten UdSSR hatte die Begriffe "Perestroika" (Umwälzung) und "Glasnost" (Transparenz und Offenheit) geprägt und schrittweise in die Tat umgesetzt.

WILLY BRANDT, deutscher Bundeskanzler der Jahre 1969-1974, erhielt 1971 den Friedensnobelpreis für seine Versöhnungspolitik in Richtung Osten. Das Gewaltverzichtsabkommen mit Moskau und der Warschauer Vertrag bildeten die Grundlagen zur Aussöhnung mit der UdSSR und Polen. Die Bilder von Brandts Kniefall am Mahnmal für die im Warschauer Ghetto ermordeten Juden gingen um die ganze Welt.

Der ehemalige US-Präsident (1977-1981) JIMMY CARTER wurde 2002 unter anderem für seinen "Einsatz zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte" geehrt. Zu seinen außenpolitischen Erfolgen gehört das Abkommen von Camp David zwischen Ägypten und Israel 1978, das ein Jahr später zum Friedensschluss führte. Mit der Sowjetunion brachte er den Abrüstungsvertrag SALT II zum Abschluss.

Für ihre Bemühungen um einen Frieden im Nahen Osten wurden 1994 der damalige Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) YASSER ARAFAT, Israels Ministerpräsident YITZHAK RABIN und der damalige israelische Außenminister SHIMON PERES ausgezeichnet. Die israelische Regierung und die PLO hatten 1993 in Geheimverhandlungen die Schaffung palästinensischer Autonomiegebiete ausgehandelt.

Im Jahr 1978 wurden der damalige ägyptischen Staatspräsidenten ANWAR AL-SADAT und Israels Ministerpräsident MENACHEM BEGIN geehrt. Auch sie hatten sich für Frieden in Nahost und zwischen Israel und Ägypten eingesetzt - mehr als 30 Jahre später ist der Konflikt immer noch ungelöst.

Meist zeichnete das Komitee in Oslo Personen oder Organisationen aus, die sich schon viele Jahre oder gar Jahrzehnte für den Frieden oder die Lösung bestimmter Konflikte eingesetzt haben. Es kam aber auch immer mal wieder vor, dass Personen ausgezeichnet wurden, die wie jetzt Barack Obama mit seiner Atomwaffen-Initiative erst kurz vor der Preisvergabe für Aufsehen gesorgt hatten.

2000: Der südkoreanische Präsident KIM DAE-JUNG wird für seinen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte und die Aussöhnung mit Nordkorea geehrt. Er hatte erst zu Beginn dieses Jahres als erster südkoreanischer Präsident Pjöngjang besucht.

1998: Die Führer der Katholiken und Protestanten in Nordirland, JOHN HUME und DAVID TRIMBLE, werden für ihre Bemühungen um das im gleichen Jahr vereinbarte Karfreitagsabkommen ausgezeichnet, das Nordirland Frieden bringen soll. (APA)

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