"Halte von der Nummer-eins-Frage relativ wenig"

9. Oktober 2009, 14:21
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Seit seiner schweren Erkrankung hat der Rapid-Schlussmann andere Prioritäten - Vision vom Einzug des ÖFB in Europas Top 20

Seefeld - Seine schwere Erkrankung hat Helge Payer demütig gemacht. Nach einer Venenthrombose im Bauchbereich stand die Karriere des Oberösterreichers im Vorjahr noch an der Kippe, weswegen er auch seinen derzeitigen Status als unumstrittener Einser-Goalie im österreichischen Fußball-Nationalteam mit anderem Augen sieht.

"Ich halte von der Nummer-eins-Frage relativ wenig. Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder spielen kann", betonte der Rapid-Schlussmann. Durch die Ereignisse im vergangenen Jahr sei ihm bewusstgeworden, was im Leben wirklich zählt. "Mich berührt das alles nicht mehr so. Es ist viel schlimmer, wenn man von einer Krankheit heruntergeholt wird, als wenn man zwei, drei Fehler macht und die Nummer eins verliert."

Er sei im Moment "einfach glücklich", seinen Job ausüben zu dürfen. "Das gibt mir Kraft. Ich fühle mich nicht als Nummer eins, (Christian) Gratzei oder (Andreas) Schranz sind genauso wichtig", betonte der 30-Jährige.

Die neue Gelassenheit bedeutet aber nicht, dass Payer seine Karriere nun in aller Ruhe ausklingen lassen will. "Ich habe mir noch sehr hohe Ziele gesteckt, als ich krank war, und die will ich erreichen." Was genau sich der 18-fache Internationale vorgenommen hat, wollte er allerdings nicht verraten. "Wenn man gut spielt, ergeben sich viele Möglichkeiten."

Ausland noch ein Thema

Eine Option wäre ein Clubwechsel im kommenden Sommer, wenn Payers Vertrag bei Rapid ausläuft. "Ich liebe Rapid, bin seit dem Nachwuchs bei diesem Verein und habe 2005 für fünf weitere Jahre unterschrieben, um in Österreich so gefestigt zu sein, dass ich vielleicht noch den Sprung ins Ausland wagen kann." Eine diesbezügliche Entscheidung ist jedoch wohl erst in einigen Monaten zu erwarten. "Mir stehen viele wichtige Spiele bevor, darauf will ich mich jetzt einmal konzentrieren."

Payer agiert bei Rapid und im Nationalteam seit Wochen fast ausnahmslos in Hochform. "Aber es gibt noch Spielraum nach oben", betonte der Keeper, der seine gute Verfassung auf sein Umfeld zurückführt. "Es macht einen Riesenspaß, weil derzeit im Nationalteam und bei Rapid alles passt."

Seit dem Amtsantritt von Teamchef Dietmar Constantini hat der Tormann eine Veränderung rund um die ÖFB-Auswahl bemerkt. "Der große Unterschied ist, dass es jetzt ein Ziel gibt und alle dahinter stehen. Im ÖFB ziehen vom Büroangestellten bis zum Teamchef alle an einem Strang." Die gemeinsame Vision sei, "dorthin zu kommen, wo Österreich hingehört und schon einmal war - in die Top 20 Europas". (APA)

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    Helge Payer ist derzeit recht zufrieden.

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