Alpbach-Prognosen

9. Oktober 2009, 14:15
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Krisenwährungen wie der Schweizer Franken oder der Yen sind wieder unter Druck von Carry Tradern

Alpbach - Krisenwährungen wie der Schweizer Franken oder der Yen sind wieder unter Druck von Spekulanten (Carry Tradern), die Schweizer Notenbank wird die Frankenpflege fortsetzen, um einer Entwertung entgegenzuwirken, meinten die Experten der heurigen Währungsprognose in Alpbach. Gold als "Krisenwährung" - die zum schwachbrüstigen Dollar zuletzt fast jeden Tag neue Höhen erreichte - handelte RZB-Chefanalyst Peter Brezinschek anekdotisch ab:

Zu Zeiten des babylonischen Königs Nebukadnezar II. habe man für eine Feinunze Gold 350 Laib Brot bekommen, weiß der RZB-Experte. Wenn heute eine Feinunze umgerechnet 730 Euro koste und ein Laib Brot 2,10 Euro, "dann bekommen wir für eine Feinunze genau so viel wie zur Zeit von Nebukadnezar", aktuell nämlich 348 Brotwecken.

"Sie haben den perfekten Inflationsschutz über Jahrtausende mit Gold. Mehr aber nicht", kommentierte Brezinschek trocken in Richtung Spekulanten.

Veteranen der Alpbach-Prognosen

Er zählt zu den Veteranen der Alpbach-Prognosen. In diesen Expertenschätzungen sind heuer wieder zum Teil extreme Volatilitäten - etwa bei den Zinsen - enthalten. Der RZB-Mann riet den anwesenden Unternehmern und Finanzleuten nach dem Konvolut an Zahlen, nicht zu sehr auf punktgenaue Veränderungsraten zu setzen: "Wenn stichtagsbezogene Zahlen Stories erzählen, werden die möglicherweise in die Irre führen".

Für die Rohstoffpreise im Mix sind die Apbacher Auguren mehrheitlich auf Anstieg eingestimmt. Der "energielastige Commodity-Index" soll von heute 4.135 bis Mitte 2010 auf 4.592 steigen - mit Stresswerten zwischen 3.308 bis 5.709 je nach Prognose-Institut. Die RZB hat sich als einzige der Einschätzung für diesen Wert verweigert, weil "wir mit diesem Index nichts anfangen können". Brezinschek bestätigte aber die Aufwärtsrichtung "aufgrund einer Angebotsverknappung und nicht wegen Nachfragesteigerungen". (APA)

 

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