Börsen setzen Aufwärtstrend fort

9. Oktober 2009, 14:13
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Ein Kommentar aus dem Equity Weekly der Erste Group von Stephan Lingnau

Die europäischen Börsen setzten diese Woche, nach einer leichten Korrektur ihren mittelfristigen Aufwärtstrend fort. Der Stoxx legte auf Wochensicht um +2,02% zu. Alle Sektoren lagen im Plus und daher kann von einer starken Marktbreite gesprochen werden. Der Rohstoffsektor konnte wegen des schwachen Dollars mit einem Plus von +9% klar am meisten zulegen. Die zyklischen Chemiewerte und der Baustoffsektor legten über +5% zu. Die defensiven Pharmawerte und Versorger schlossen nur marginal im Plus.

Die 2- Jährigen Bundrenditen stiegen auf 1,25% (+0,13) und die 10- Jährigen fielen leicht auf 3,12% (-0,05). Der VDax steht wieder knapp unter 24 Punkte. Diese Marke stellt weiterhin einen starken Widerstand dar. Kupfer stieg an der LME bei konstanten Lagerbeständen auf USD 6.241 (+2,6%). Aluminium hingegen kostet unverändert USD 1.857. Der Baltic Dry Index setzte seinen leichten Aufwärtstrend fort und stieg auf 2.647 Punkte.

Die Weltwirtschaft erholt sich langsam, und daher passte die Internationale Energieagentur nun ihre Ölnachfrageprognose nach oben an. Trotzdem ist von Knappheit keine Rede: Gerade bei Produkten wie Gasöl quellen die Lager förmlich über. In ihrem Monatsbericht korrigierte die IEA ihre Vorhersage für dieses Jahr um 200.000 Barrel täglich nach oben, für 2010 erwartet sie nun einen um 350.000 Barrel täglich höheren weltweiten Verbrauch. Trotz der Anpassung bleibt die aktuelle Nachfrage aber schwach. Das gilt besonders für die zwölf größten Industrieländer.

Societe Generale will sich über eine Kapitalerhöhung EUR 4,8 Mrd. holen. Mit dem frischen Geld will die Bank Staatshilfen zurückzahlen und sich für Zukäufe rüsten. Die neuen Aktien sollen den bisherigen Anteilseignern angeboten werden. Die Aktionäre können zwei neue Aktien für neun bestehende zeichnen. Der Ausgabepreis liege bei EUR 36 je Anteilsschein und damit etwa 24% unter dem Donnerstagskurs von EUR 47,8. Die Deutsche Bank expandiert in der Ukraine. Die Repräsentanz in Kiew wird zur Tochtergesellschaft ausgebaut. Die Deutsche Bank will bis 2012 die Erträge aus Osteuropa auf 7% bis 10% steigern. Gegenwärtig sind es 5%.

Infineon in Dresden derzeit mit voll ausgelastet

Die Erholung auf dem Halbleitermarkt wird zunehmend spürbar. Infineon sieht sich nun sogar gezwungen, neue Mitarbeiter einzustellen und die Produktionskapazität in seinem Dresdner Werk um zehn Prozent zu erhöhen, um die gestiegene Nachfrage befriedigen zu können. Durch die Maßnahme wird sich die Produktion für die Autoindustrie sowie für Chipkarten und Sicherheitsanwendungen erhöhen. Obwohl das Dresdner Werk bereits jetzt unter Volllast läuft,
reicht es offenbar nicht, die Nachfrage zu befriedigen. Nicht so gut läuft es hingegen für Daimler. Der Konzern bereitet sich in den USA auf eine lange Flaute auf dem Lkw-Markt vor. Man habe den Boden jetzt erreicht. Von einer Erholung ist man nach Konzernaussagen aber noch weit entfernt.

Die Kritik institutioneller Investoren gegen die geplante Übernahme von Porsche durch die Volkswagen wird breiter. Nach einem norwegischen Pensionsfonds hat nun auch Deutschlands größte deutsche Fondsgesellschaft DWS Investment mehr Transparenz von Management und Aufsichtsrat eingefordert.

Bayer hat in seiner Raps-Forschung einen wichtigen Erfolg erzielt. Erstmals ist das gesamte Genom von Raps entschlüsselt worden. Dieser Meilenstein soll die Forschungs- und Züchtungsprogramme beschleunigen. Bayer erhalte Einblick in den bisher unbekannten genetischen Code der Rapspflanze. Raps ist mit einem Anteil von rund 15% an der Weltproduktion die zweitwichtigste Ölsaat nach Soja.

Tesco hat im ersten Halbjahr einen höheren Gewinn erwirtschaftet als erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gewinn um 1,28% auf GBP 1,57 Mrd. gestiegen. Der Umsatz legte in den 26 Wochen bis Ende August um 9,2 % auf GBP 27,78 Mrd. zu und fiel damit etwas niedriger aus als erwartet. Den Aktionären will man eine höhere Zwischendividende zahlen und sieht sich auf gutem Weg, sein Schuldenziel für dieses Jahr zu erreichen. Trotzdem hat Tesco Probleme insbesondere im Heimatmarkt. Beim breiten Angebot von Tesco außerhalb des Nahrungsmittelbereichs hielten sich die Kunden in der Wirtschaftskrise besonders stark zurück.In der Folge wuchsen stärker auf Lebensmittel ausgerichtete Supermarktketten wie die Wal-Mart-Tochter Asda, Sainsbury oder WM Morrison schneller, und nahmen Tesco Marktanteile ab. In den drei Monaten bis Ende August fiel der Anteil von Tesco am britischen Lebensmittelmarkt leicht von 31,1% auf 30,9%.

Nächste Woche startet die Berichtssaison mit Philips am Montag. Nokia und Suedzucker berichten am Ende der Woche. Der ZEW Index, die Neuwagenregistrierungen und die Zahlen zur Inflation in der EU werden auf volkswirtschaftlicher Seite Beachtung finden.

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