Symposium in Steyr erinnert an Redtenbacher

10. Oktober 2009, 17:00
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Vor 200 Jahren geborener Technik-Pionier gilt als der Begründer des wissenschaftlichen Maschinenbaus

Linz - Ein Symposium am 22. Oktober in Steyr will den dort vor 200 Jahren geborenen Technik-Pionier Ferdinand Redtenbacher aus der Vergessenheit holen. Er gilt immerhin als der Begründer des wissenschaftlichen Maschinenbaus in Deutschland, aber außer einer Gedenktafel und einem Straßennamen erinnert in seiner Geburtsstadt nichts mehr an ihn.

Studium in Wien

Ferdinand Redtenbacher wurde am 25. Juli 1809 in Steyr geboren. Mit elf Jahren kam er in eine kaufmännische Lehre, der er entkommen konnte, indem er nach zwei Jahren in Linz die Realschule besuchte. Mit 16 Jahren ging Redtenbacher nach Wien auf die Polytechnische Schule, der Vorläuferin der Technischen Universität, wo er vier Jahre lang bei den Professoren Ettinghausen, Littrow und Arzberger studierte. Dann blieb er weitere vier Jahre als Assistent bei Arzberger und an der Universität Wien.

Schweiz

1833, mit 24 Jahren, wurde Redtenbacher Lehrer der Mathematik und des geometrischen Zeichnens an der höheren Industrieschule in Zürich. Zwei Jahre später wurde er zum Professor der angewandten Mathematik ernannt. Während seiner Tätigkeit in Zürich bis 1841 hatte er oftmals Gelegenheit, mit der mechanischen Werkstätte der Maschinenfabrik Escher und Wyss zusammenzuarbeiten.

Berufung nach Karlsruhe

1841 wurde Redtenbacher als Professor des Maschinenbaus und Vorstand der Maschinenbauschule nach Karlsruhe berufen. 1857 wurde er Direktor des Polytechnikums, dem er bis zu seinem Tod 1863 vorstand. Unter seiner Leitung errang das Karlsruher Polytechnikum, die heutige Technische Universität, Weltgeltung und wurde zum Vorbild mancher Gründung oder Reorganisation technischer Bildungsanstalten, wie zum Beispiel der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich.

Symposium

Bei dem Symposium im Museum Arbeitswelt in Steyr, das unter anderem mit Unterstützung von Steyrer Industriebetrieben wie SKF, Magna Powertrain, BMW und MAN organisiert wird, soll nicht nur die Person von Redtenbacher beleuchtet werden, sondern auch seine Bedeutung als jener Techniker, der die bis dahin empirische Lehre des Maschinenbaues auf eine wissenschaftliche Basis stellte.

Unter den Vortragenden befindet sich auch ein Luftfahrttechniker, denn Redtenbacher hat sich in seinen Büchern nicht nur mit Mechanik, sondern auch mit Maschinenbau, Lokomotiven, Turbinen, Fahrzeugen und Flugzeugen befasst. Geplant ist auch eine Ausstellung (von 22. Oktober bis 17. Dezember im Museum Arbeitswelt in Steyr). Unter anderem sollen Leihgaben der Technischen Universität Karlsruhe gezeigt werden, die über eine Sammlung von 120 Maschinenmodellen verfügt, die von Redtenbacher konstruiert wurden. (APA/red)

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