Antidepressiva können das Herzinfarkt-Risiko verringern

9. Oktober 2009, 12:50
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Depressions-Patienten neigen stärker zu Verklumpungen der Blutplättchen als psychische gesunde Menschen

Dresden- Bestimmte antidepressive Substanzen verhindern wirksam die Bildung von Verklumpungen der Blutplättchen und damit auch das Herzinfarkt-Risiko von Menschen mit Depression. Das zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Bonn, die bei der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie präsentiert wurde.

Depressions-Patienten neigen zu einer stärkeren Verklumpung der Blutkörperchen als psychisch gesunde Menschen. Das könnte einer der Gründe dafür sein, warum bei Depressiven ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen beobachtet wird. Eine medikamentöse antidepressive Therapie kann nicht nur zu einer Verbesserung der psychischen Symptome, sondern auch zu einer Verringerung des Herzrisikos beitragen, berichten Kardiologen und Psychiater vom Universitätsklinikum Bonn. 

Reduktion der Verklumpungsgefahr

91 Patienten mit einer diagnostizierten schweren Depression wurden zu Beginn einer Behandlung mit den antidepressiven Substanzen Escitalopram oder Nortriptylin und nach drei Monaten Therapie hinsichtlich der Auswirkung auf die Plättchenfunktion untersucht und mit gesunden Probanden verglichen.

Das Ergebnis: Unter beiden antidepressiven Substanzen kam es nach drei Monaten zu einer deutlichen Verbesserung der Thrombozytenfunktion, also zu einer Reduktion der Verklumpungsgefahr, teilt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie in einer Aussendung mit. Die Werte fielen letztlich sogar günstiger aus als bei der gesunden Vergleichsgruppe. "Damit lässt sich das Herzinfarkt-Risiko in dieser Patientengruppe deutlich senken", so das Fazit der Bonner Wissenschaftler. (red)

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