Basteln an der Zukunft

  • Mit dem Golf Blue Motion wurde der Verbrauch bereits wesentlich reduziert. Der nächste Schritt sind unterschiedliche Antriebsarten.
    foto: werk

    Mit dem Golf Blue Motion wurde der Verbrauch bereits wesentlich reduziert. Der nächste Schritt sind unterschiedliche Antriebsarten.

Eines hat der Elektroauto-Hype bewirkt: Die Front der Maschinenbauer gegen automobile Fortschritte bröckelt wie vor zwanzig Jahren die Berliner Mauer

Bei VW ist man sich sicher, dass es den Golf sehr bald ganz selbstverständlich mit vielen unterschiedlichen Antrieben geben wird: Benzin, Diesel, Flüssiggas, Erdgas, Hybrid, Plug-in-Hybrid und Elektroantrieb. Kraftstoffe aus nachwachsenden Quellen erscheinen durch die mögliche Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion hingegen weniger zwingend.

Was in den Diskussionen dann ganz selten vorkommt, sind Wasserstoff und Brennstoffzelle. Hier erscheinen die Hindernisse besonders groß, wenngleich Wasserstoff als einzig möglicher flüssiger oder gasförmiger Energieträger als Nachfolger für das Erdöl genannt wird.

Noch vor kurzem hat die EU deshalb ihr Förderungs-Füllhorn zum Zwecke der Wasserstoffforschung über den Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten ausgeschüttet. Ganze Wasserstoff-Kompetenzzentren sind entstanden. Prinzipiell war das auch eine gute Sache. Allerdings sind infolge von Wirtschaftskrise und Klimadiskussion plötzlich ganz andere Dinge in den Vordergrund gerückt, nämlich schnell umsetzbare, rasch wirkende Maßnahmen, um die stotternde Autoindustrie am Laufen zu halten und die ganze Welt am Leben.

Jetzt wird erst einmal Geld dort hingepumpt, wo es möglichst sofort etwas bewirkt. Es scheint, als hätte die Autoindustrie weit mehr gelernt aus der Krise als die Finanzwelt, die flugs wieder in ihre alten Muster verfällt, nachdem sie so viel Geld vom Staat abgesaugt hat, dass niemand mehr weiß, wie lange es dauern wird, um die Schulden wieder abzuarbeitenarbeiten (sic!). (rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/9.10.2009)

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