Starkes Plus bei Neuwagen

9. Oktober 2009, 18:27
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Händler orten "psychologischen Effekt" der Verschrottungsprämie - Kritiker sprechen von Schönfärberei

Wien - Rund zwei Monate nach dem Auslaufen der Verschrottungsprämie ist die Zahl der neu zugelassenen Pkws im September erneut kräftig angestiegen. Insgesamt wurden 26.500 Autos neu angemeldet, das war im Vergleich zum September 2008 ein Plus von rund 18 Prozent. Im Vergleich mit dem Vormonat August fiel das Plus sogar noch etwas höher aus.

Sowohl im Wirtschaftsministerium als auch bei den Automobilhändlern war von "positiven Nachwirkungen" der Prämie die Rede. Der Sprecher der VW-Händler, Hermann Becker, sieht einen "psychologischen Effekt": Noch nie habe die Regierung derart eindeutig wie zuletzt gesagt, dass Autokaufen etwas Gutes sei, sagt Becker. "Der private Konsum hat darauf eindeutig reagiert." Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner sieht Anzeichen für eine nachhaltige Stabilisierung am Automobilmarkt, wie er dem Standard sagte.

Ein genauer Blick auf die Statistik dürfte die Freude aber dämpfen. Denn laut Zahlen der Statistik Austria nimmt auch die "Schönung" der Zahlen rapid zu. Jede Anmeldung scheint in der Statistik als Neuzulassung auf, darunter können aber auch Händler-Vorführwagen und Autos fallen, die sofort wieder abgemeldet werden. Händler können sich damit Boni-Zahlungen retten.

Im August hat sich die Zahl der Tageszulassungen im Vergleich zum August 2008 auf 1350 Fahrzeuge verdoppelt. Und Statistiker sagen auch, dass die Verschrottungsprämie zumindest noch indirekt die Zahlen beeinflusst: Viele dürften das Auto noch mit der Hoffnung auf die Prämie gekauft, aber erst jetzt ausgeliefert bekommen haben. Becker von VW rechnet dennoch mit einem guten Jahr und erwartet, dass heuer rund 310.000 Pkws neu zugelassen werden, was weit mehr als im vergangenen Jahr wäre.

Ganz anders sind jedenfalls die Zahlen bei den Lkws: Die Neuzulassungen gingen um etwa 20 Prozent zurück, bei Sattelzugfahrzeugen gar um mehr als die Hälfte. Rückgänge gab es auch bei Motorrädern. (András Szigetvari, DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.10.2009)

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