Diskonter liefern sich ruinöse Preisschlacht

9. Oktober 2009, 10:23
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Gewerkschaft befürchtet Verdrängungswettbewerb und sorgt sich um mittelständische geprägte Ernährungsindustrie

Führende deutsche Diskonter hatten am Donnerstag zum zehnten Mal in diesem Jahr bei Lebensmitteln den Rotstift angesetzt. Der Billiganbieter Aldi (in Österreich unter der Marke Hofer vertreten) senkte auf einen Schlag bei rund 30 Artikeln die Preise.

Der größte deutsche Lebensmittelhändler Edeka kündigte umgehend an, in seinem Preiseinstiegssegment mit Aldi gleichzuziehen. Auch die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount senkte bei 30 Artikeln die Preise.

Preise um bis zu 20 Prozent reduziert

Konkurrent Penny, der zum zweitgrößten Lebensmittelhändler in Deutschland - Rewe - gehört, reduzierte über 50 Artikel. Zu Rewe gehören in Österreich Billa, Merkur, Bipa und Penny. Auch Lidl und Norma senkten die Preise. Um bis zu 20 Prozent billiger wurden im deutschen Lebensmittelhandel vor allem Milchprodukte wie Käse und Joghurt, aber auch Nudeln, Fleischwaren und Tiefkühlkost.

Angesichts dieser massiven Preissenkungen warnt die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) jetzt vor einem ruinösen Wettbewerb. Die Folge dieser Preisschlacht könnte ein Verdrängungswettbewerb sein, sagte der NGG-Vorsitzende Franz- Josef Möllenberg der "Berliner Zeitung" (Freitag-Ausgabe).

"Höhere Löhne für Beschäftigte"

Er zeigte sich besorgt: Am Ende werde die mittelständisch geprägte Ernährungsindustrie die Zeche zahlen. Aber auch die Beschäftigten des Einzelhandels hätten darunter zu leiden. "Wenn die Discounter wirklich so gut verdienen, dass sie noch Luft nach unten bei den Preisen haben, dann sollten sie lieber den Beschäftigten höhere Löhne zahlen und die Arbeitsbedingungen verbessern", forderte Möllenberg. (APA/red)

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    Die mittelständisch geprägte Ernährungsindustrie werde die Zeche für diesen Preiskampf zahlen, befürchten Gewerkschafter.

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