Subventioniertes Benzin wird stärker rationiert

8. Oktober 2009, 21:07
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Regierung will pro Autofahrer nur noch 55 Liter Sprit im Monat subventionieren

Teheran - Der Iran will die Ausgabe von staatlich bezuschusstem Benzin offenbar drastisch reduzieren. Nach den Plänen der Regierung würden Kraftfahrer künftig nur noch 55 Liter subventionierten Sprit im Monat erhalten, berichtete das staatliche Fernsehen am Donnerstag unter Berufung auf Äußerungen von Ölminister Massud Mirkasemi. Derzeit bekommen sie noch 100 Liter zu einem deutlich reduzierten Preis. Sollte das Parlament dem Vorschlag der Regierung zustimmen, dürften künftig nur noch vier Millionen Liter subventioniertes Benzin pro Tag verkauft werden.

Die Regierung hatte die Ausgabe von staatlich bezuschusstem Benzin 2007 auf 100 Liter pro Monat und Kraftfahrer begrenzt. Der vergünstigte Sprit kostet umgerechnet knapp 7 Cent pro Liter, alles was darüber hinausgeht etwa viermal soviel.

Geringe Raffineriekapazitäten

Der Iran ist zwar einer der größten Erdölexporteure der Welt, wegen zu geringer Raffineriekapazitäten muss das Land jedoch bis zu 40 Prozent seines wachsenden Benzinbedarfs importieren. Derzeit drohen dem Iran wegen seines Atomprogramms neue Sanktionen. Dabei ist auch eine Einschränkung der Benzin-Einfuhren im Gespräch.

Einem Zeitungsbericht zufolge warnte Mirkasemi jedoch Ölkonzerne davor, infolge derartiger Bestrebungen westlicher Länder ihre Lieferungen an die Islamische Republik einzustellen. In diesem Fall würden die Unternehmen von der Liste der Lieferanten gestrichen, drohte der Ölminister. Branchenkreisen zufolge haben in den vergangenen Monaten unter anderem Royal Dutch Shell, die Total-Tochter Totsa, Vitol, Glencore International, die Lukoil-Tochter Litasco und das chinesische Staatsunternehmen Zhuhai Zhenrong Benzin an den Iran geliefert. Iranische Medien hatten zudem im vergangenen Monat berichtet, Venezuela habe der Islamischen Republik Benzinlieferungen von 20.000 Barrel pro Tag zugesagt. (APA/Reuters)

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