Juntachef lässt Massaker bei Kundgebung untersuchen

8. Oktober 2009, 21:17
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Kommission sollen Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Richter und Rechtsanwälte angehören

 

Nairobi/Conakry - Oberst Moussa Camara, der Chef der Militärjunta im westafrikanischen Guinea, hat eine Untersuchungskommission zur blutigen Niederschlagung einer Kundgebung der Opposition in der vergangenen Woche angekündigt. Im staatlichen Fernsehen sagte er am späten Mittwochabend, der Kommission würden auch Vertreter der Parteien, Gewerkschaften und Kirchen sowie Ärzte, Richter und Rechtsanwälte angehören.

Beim brutalen Einsatz der Sicherheitskräfte waren nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 157 Menschen getötet worden. Das Innenministerium in Conakry beziffert die Zahl der Toten dagegen mit 57, von denen die meisten in einer Massenpanik niedergetrampelt worden seien.

Das Massaker war weltweit scharf verurteilt worden. Die Afrikanische Union (AU) hatte Camara ein in der kommenden Woche auslaufendes Ultimatum gesetzt, auf eine Kandidatur bei den Präsidentenwahlen im kommenden Jänner zu verzichten. Andernfalls will die AU Sanktionen gegen Guinea verhängen. Während Camara in Interviews vor einem neuen Putsch gewarnt und sich als "Geisel des Militärs" bezeichnet hatte, verdächtigte der französische Außenminister Bernard Kouchner Camara am Mittwoch, den Schießbefehl gegen die Demonstranten erteilt habe. Die einstige Kolonialmacht Frankreich hat die bisherige Militärhilfe für Guinea nach dem Blutbad von Conakry eingestellt. (APA)

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