Gaddafi bringt Sohn als Nachfolger ins Spiel

8. Oktober 2009, 20:43
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Politisches Amt für Saif al-Islam gefordert

Kairo - Der seit vierzig Jahren herrschende libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi hat seinen Sohn Saif al-Islam (37) erstmals als möglichen Nachfolger ins Spiel gebracht. Die arabische Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Augenzeugen, Oberst Gaddafi habe am vergangenen Dienstag während eines geheimen Treffens in der Stadt Sebha an Regierungsbeamte und Mitglieder des Allgemeinen Volkskongresses (Parlament) appelliert, ein öffentliches Amt für seinen Sohn zu finden, "damit er seine Pflicht gegenüber dem libyschen Volk erfüllen kann".

Gaddafis Sohn, der zum Freundeskreis des vor einem Jahr tödlich verunglückten Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider gehört und auch am Wiener Opernball teilgenommen hatte, besitzt kein politisches Amt. Er leitet eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich für die wirtschaftliche Modernisierung des nordafrikanischen Landes und die Verbesserung der Menschenrechte einsetzt. Er hat angeblich eine entscheidende Rolle bei der Annäherung seines Landes an den Westen gespielt. Er war zuletzt in die Rückkehr des Lockerbie-Attentäters aus schottischer Haft involviert und hatte geholfen, die Freilassung der in Libyen zum Tod verurteilten bulgarischen Krankenschwestern zu organisieren.

Der Revolutionsführer sagte laut dem Bericht, er wolle keinen radikalen Wandel, sondern eine Rolle für den Sohn "innerhalb des bestehenden politischen Systems". Saif al-Islam hatte 2008 auf einem Jugendkongress des Regimes erklärt, Libyen brauche ein "neues System", eine Verfassung, Gewaltenteilung und eine effektive Verwaltung. Das von seinem Vater propagierte Prinzip der "Herrschaft des Volkes" wolle er aber nicht antasten. Vor drei Jahrzehnten hatte der libysche Volkskongress auf Vorschlag Gaddafis die "Große Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Jamahiriya" ausgerufen und die "Macht des Volkes" proklamiert. Gaddafi hatte am 1. September 1969 mit einer Gruppe junger Offiziere gegen den zu einem Kuraufenthalt im Ausland weilenden König Idris I. geputscht und die Monarchie abgeschafft. Gaddafi ist offiziell "Lenker" des Volkes, ohne selbst das Amt des Staatsoberhauptes zu bekleiden. (APA)

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    Saif al-Islam könnte Libyens neuer Chef werden

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