Grundlagen der Blatthärchen-Bildung geklärt

10. Oktober 2009, 18:00
2 Postings

Inhibitor kommt bei Ackerschmalwand in verschiedenen Varianten vor

Wien - Nicht nur Menschen und viele Tierearten können sich zum Schutz vor Umwelteinflüssen in ein Haarkleid hüllen, auch Pflanzen nutzen mehr oder weniger lange Fortsätze ihrer Zellen, um etwa in großen Höhen oder in trockenen Gebieten überleben zu können. Ein Team um Marie-Theres Hauser vom Institut für Angewandte Genetik und Zellbiologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien hat in einem vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekt das Rätsel der genetischen Grundlagen für unterschiedliche Behaarung bei der Modellpflanze Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) geklärt.

Haarige Blätter sind besser vor Insektenfraß oder Parasitenbefall geschützt. Die feinen Blatthärchen - im Fachjargon Trichome genannt - schützen die Pflanzen aber auch vor starker Wasserverdunstung und UV-Strahlung in trockenen oder hoch gelegenen Gebieten. Neben umweltbedingten Veränderungen der Trichomdichte gibt es bei Arabidopsis aber auch Varianten, die von Haus aus mehr oder weniger Härchen besitzen.

Ausbildung

Gesteuert wird die Behaarung durch einen sogenannten Inhibitor, einen Eiweißstoff, der das Gen für die Haarbildung einer Zelle unterdrückt. Über Aussendung dieses Inhibitors kann eine Zelle, die selbst ein Härchen ausbildet, dafür sorgen, dass die Nachbarzellen nackt bleiben. Je weiter der Inhibitor von der einen Zelle verbreitet wird, desto weniger Trichome besitzt das Blatt.

Die Wissenschafter haben nun festgestellt, dass auch der Inhibitor in verschiedenen Varianten vorkommt - der eine wirksamer und der andere weniger wirksam. Wie genetische Analysen zeigen ist der Unterschied lediglich durch den Austausch einer einzigen Aminosäure im Inhibitor begründet. In der Natur kommen beide Arten vor, wobei die eine Variante nachweislich dreimal mehr Trichome ausbildet als die andere. (APA/red)

Share if you care.