Chemische Kastration: Frankreichs Premier will Einsatz ausweiten

8. Oktober 2009, 19:35
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Paris - Die französische Regierung will künftig verstärkt die "chemische Kastration" bei Sexualstraftätern anwenden. Auslöser ist der Sexualmord an einer 42-Jährigen. Der mutmaßliche Täter gestand, die Frau erwürgt zu haben. Der 47-Jährige war bereits im Jahr 2002 zu elf Jahren Haft verurteilt worden, weil er ein 13-jähriges Mädchen vergewaltigt hatte. 2007 kam er unter Auflagen vorzeitig aus dem Gefängnis, ab 2008 war er vollkommen frei.

Präsident Nicolas Sarkozy verlangte jetzt härtere Strafen für Wiederholungstäter. Premierminister François Fillon sprach von einem "absolut unausstehlichen Verbrechen, das hätte verhindert werden können". Die chemische Kastration, die es für inhaftierte Straftäter bereits auf freiwilliger Basis gibt, müsse "zwingender" werden. "Wir verbieten uns keinerlei Überlegung zu dem Thema."

Die oppositionellen Sozialisten warfen der Regierung vor, "unpassend" zu reagieren. Auch in der Regierungspartei UMP warnen einige davor, auf die Empörung in der Bevölkerung mit überstürzten Maßnahmen zu reagieren. (AFP, DER STANDARD - Printausgabe, 9. Oktober 2009)

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