Manager-Boni

AK-Direktor: "Kodex ist zum Krenreiben"

8. Oktober 2009, 19:21

Kritik an Boni-Regeln und Hilfen für Exportwirtschaft

Wien - Die neuen Vergütungsregeln im Corporate Governance Kodex, die der STANDARD am Donnerstag enthüllte, sorgen für Kopfschütteln auf Arbeitnehmerseite. Die Selbstverpflichtung werde schon bisher kaum eingehalten, gesetzliche Bestimmungen gehörten her, so der Tenor aus Arbeiterkammer und Gewerkschaft. "Der Kodex ist zum Krenreiben", meint AK-Direktor Werner Muhm.

"Feigenblatt-Aktion"

"Wenn sich der Finanzminister des Themas mit dieser Feigenblattaktion entledigen will, wird das nicht aufgehen" , assistiert der Chef der SP-Gewerkschafter Wolfgang Katzian. "Man ist sogar hinter die ohnehin schon knieweichen Vorschläge der EU gegangen." Für alle Vorstände und Aufsichtsräte fordert Katzian ein gesetzliches Verbot von Stock-Options. Gleichzeitig müssten auch nachhaltige Ziele, also soziale und ökologische Kriterien, in die Vereinbarungen aufgenommen werden. "Kursziele sind keine nachhaltigen Ziele."

Muhm und Katzian fordern überdies, die steuerliche Absetzbarkeit von Bezügen ab einer Grenze von 500.000 Euro zu streichen. Statt einem Limit von zwei Jahresgehältern, wie im Kodex verankert, will Muhm Abfindungen bei Ausscheiden von Vorständen mit einem Jahresgehalt begrenzen.

AK kritisiert Begünstigung der Industrie

Scharfe Geschütze werden auch auf neue Förderungen für die Exportwirtschaft abgefeuert. Wie berichtet, soll der Staat für Kreditversicherungen einspringen, weil die privaten Anbieter wegen der gestiegenen Risiken zusehends ausfallen. Die AK sieht darin eine weitere Begünstigung der Industrie.

Diese habe mit Gruppenbesteuerung, Senkung der Körperschaftsteuer, Forschungsprämie sowie zuletzt mit Staatshilfen gegen die Krise großzügige Geschenke erhalten. Während die Zahl der Lehrstellen in der Industrie um 40 Prozent gefallen sei, schütteten die Betriebe weiterhin Milliarden an Dividenden aus. "Wo bleibt die Gegenleistung für die Unterstützung?", will Muhm wissen. (ago, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.10.2009)

Kommentar

Charmanter Steuermalus - Von Andreas Schnauder

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Posting 1 bis 25 von 28
1 2
no ja
00
9.10.2009, 11:14
das gleichnis passt

es ist zum heulen!

ARO5
00
9.10.2009, 10:50

Ich bitte darum, den sinnlichen Vorgang des Krennreibens nicht durch unpassende Vergleiche zu verunzieren.

DerEiserne Felix
00
9.10.2009, 10:18
Wie kann man erwarten, ..

.. daß jemand, der angeheuert wurde, um mit asozialer Bruralität den Ertrag eines Unternehmens zu maximieren, sich bei seinen eigenen Enkünften nobel bescheidet?

Dormouse
21
9.10.2009, 08:58

boni=diebstahl - mehr ist nicht zu sagen!

h h h
00
9.10.2009, 09:25

warum? der eigentümer gibt das geld ja freiwillig her.
es ist natürlich eine andere frage ob er der erbrachten leistung entspricht.

datenbauer
00
9.10.2009, 00:56

normalerweise hat ein/e manager/in, der/ssen vertrag "vorzeitig beendet" wird entweder ein besseres angebot bekommen, oder er/sie hat einfach mist gebaut.
warum muss es dann noch abfindungen geben?
das gibt es (außer bei der Abfertigung - deren Höhe erst nach jahrzehnten arbeit auf 2 jahresgehälter ist) weder bei arbeitern noch bei angestellten. es ist mir schleierhaft, wie man 2 jahre lang geld für - vertraglich festgelegt - nicht erbrachte leistungen beziehen kann.

Hubert Ungeist
 
00
9.10.2009, 11:02
Ganz einfach weils vertraglich vereinbart ist..

gilt ja bei Angestellten ebenso.

Muss der Eingentümer hatl den Vertrag so abfassen das das nicht passiert.

Schnur
02
8.10.2009, 21:49
Abzocke im Anzug

Manager verdienen 500 Mal mehr als Angestellte: http://www.3sat.de/dynamic/s... index.html

W. Müller
 
01
9.10.2009, 09:47
Verdienen tuns' es nicht.

Sie kriegen's bezahlt.

franz s.
02
8.10.2009, 22:26
geht es der Wirtschaft gut,

geht es den Managern gut.
Wenn nicht, dann geht es halt den Managern gut!

die Zehe zahlen IMMER die Arbeitnehmer!

mahlzeitung
 
00
8.10.2009, 23:59

Körperschaftssteuer falsch verstanden? ;)

Seifenbein
013
8.10.2009, 21:47
Pilz: http://www.peterpilz.at/

"Das ist das System Pröll: gute Milliarden für die Täter und gute Worte für die Opfer."

europa fassen
00
9.10.2009, 11:42
Danke, wirklich lesenswert der Link!

NO : ID
 
00
8.10.2009, 20:58

tja der kren macht das würschtl schmackhaft ;-)

olaf flaf
01
8.10.2009, 20:09

Es verdienen jene am meisten, die am nächsten am Ufer des Geldstromes arbeiten: Die Bankmanager. Danach kommen alle anderen Manager, die sind in den Unternehmen an den Ufern des Geldstromes. Die Entlohnung ist nicht gerecht, wer als ersters die Möglichkeit sich was vom Geldkuchen herunter zu schneiden, der nimmt sich am meisten.

Beim Staat ist es genauso, am meisten verdienen die Nationalbanker.

meta_meta
512
8.10.2009, 19:35
Es könnte so einfach sein

-Leerverkäufe verbieten
-Hedgefonds verbieten
-Gewinne gehören dem Unternehmen, daher Zahlung von Dividenden auf Unternehmensseite besteuern.
-Gehälter/Einkommen über 500.000 Euro pro Jahr mit 80 Prozent besteuern.

Markus Wagner
02
9.10.2009, 01:29

Punkt 3 nennt man Koest und die gibt es bereits. Besteuerung von 80% des Bruttoeinkommens ist fuer mich Enteignung und zumindest Hedging hat auch seine guten Seiten.

meta_meta
01
9.10.2009, 10:43

Damit meine ich nicht die Koest, sondern eine eigen Steuer, die das Unternehmen entrichten muss, wenn Gewinne entnommen werden, also Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Wobei dabei eine Ralation zum tatsächlichen Gewinn und zu den Investitionen der jeweiligen Firma gemacht werden müsste.
Beispiel:
Gewinn nach Steuern 1.000.000 Euro
Dividende Gesamt ebenfalls 1.000.000 Euro
D.H. die Firma macht keine Investitionen also fallen z.B. 10 Prozent davon als Dividendenausschüttungssteuer an, unabhängig von den Steuerpflichten der Aktionäre.

Markus Wagner
00
10.10.2009, 00:51

Es gibt auch bereits eine "Dividendenausschüttungssteuer", die nennt sich Kapitalertragssteuer und ist momentan 25% in Österreich.

Nikolaus Reiter
00
9.10.2009, 08:42
Die Gewinne der Unternehmen

gehören den Eigentümern (Aktionären), wenn - wie übrigens schon Adam Smith gewarnt hat- die Führungsebene diese Gewinne veruntreut, gehört eingegriffen.

meta_meta
00
9.10.2009, 10:37

Dass Gewinne den Eigentümern gehören, ist genua einer der Fehler im System. Das ist das Teil des Heuschreckenprinzips. Daher ist genau dieser Paradigmenwechsel zu "Gewinnen gehören dem Unternehmen" notwendig.

Markus Wagner
00
10.10.2009, 00:53

Ja, das könnte man machen, nur: Wie kriegt man dann überhaupt Geld als Unternehmen wenn man die Leute, die einem das leihen (oder als Startkapital hergeben) gar nix bieten kann?

Patrick M
 
106
8.10.2009, 20:35

Dieser Kommentar gehört mit Abstand zu den ignorantesten, die ich hier je gelesen habe... was doch etwas bedeutet, schließlich lese ich auch ab und zu Beiträge im Sportteil.

Klar verbieten wir Leerverkäufe, verbieten wir etwas, wovon wir nicht einmal wissen was es tatsächlich ist (Hedgefonds) oder führen etwas ein, das es ohnehin bereits gibt.

Schlichtweg unfundierter Humbug.

meta_meta
01
9.10.2009, 10:45

Sie wissen nicht, was Leerverkäufe sind. Dann ist Ihre Meinung tatsächlich unfundiert.

Camilla Vanilla
01
9.10.2009, 09:20
schlichtweg unfundiert. das muss ich mir merken: unfundiert

und dann noch dieses nette schlichtweg, das auch nur sagt: ich habe recht und wahrheit und höre / lese anderes gar nicht mehr.

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