CA-Immo-Finanzrahmen war bekannt

8. Oktober 2009, 18:56
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Ehemaliger Spitzenbeamter im Finanzministerium und jetziger FMA-Chef: Informationstreffen nach jeder Bieterrunde

Wien - Im Rahmen der Privatisierung der Buwog 2004 hat es im Finanzministerium nach jeder Bieterrunde im "gelben Salon" des Winterpalais im Finanzministerium Informationstreffen gegeben, bei denen Details der Angebote besprochen wurden. Dies erläuterte der damalige Spitzenbeamte im Finanzministerium, Heinrich Traumüller. Nach der vorletzten Runde wurde dort auch bekannt, dass die CA-Immo, zu diesem Zeitpunkt Bestbieterin, einen Finanzierungsrahmen ihrer Bank über 960 Mio. Euro hatte, berichtete am Donnerstag das "Format".

In der letzten, entscheidenden Runde eine Woche später stockte dann das "Österreich-Konsortium" um die Immofinanz sein Angebot um 124 Mio. Euro auf 961 Mio. Euro auf, die CA-Immo hingegen bot statt 928 Mio. 960 Mio. Euro. Das sei "Pech" für die CA Immo gewesen, sagte dazu am Donnerstag Heinrich Traumüller, ehemaliger Kabinettschef von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und damals stellvertretender Sektionschef im Finanzministerium. Denn die CA Immo habe in der letzten Bieterrunde über eine Mrd. Euro Finanzierungsrahmen gehabt und hätte daher auch mehr bieten können.

Grasser: "Alles war offen"

Auch Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser bestätigte am Abend, dass die CA Immo in der vorletzten Bieterrunde 960 Mio. Euro, in der letzten hingegen 1,02 Mrd. Euro Finanzierungsrahmen gehabt habe und mehr hätte bieten können. Auch Grasser sieht damit als erwiesen an, dass das Verfahren transparent war: "Alles war offen" sagte er. Aus dem Finanzministerium sei auch sicher keine Information nach außen gedrungen: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Information von den 960 Millionen aus dem Finanzministerium herausgegangen sein soll, von mir jedenfalls nicht, das schließe ich aus", sagte er am Nachmittag.

Nach Erinnerung Traumüllers sind bei den Treffen im Gelben Salon die Vertreter von Lehman Brothers, Freshfields, der damalige Finanzminister Grasser, dessen damaliger Staatssekretär Alfred Finz (ÖVP) sowie hohe Beamte des Finanzministeriums über die erfolgte Auswertung der Angebote "korrekt informiert" worden. (APA)

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