Deutschland

Decke in Atommüll-Lager eingestürzt

08. Oktober 2009 18:47

Bundesamt für Strahlenschutz: Keine akute Gefahr

Salzgitter - In dem als Atommüll-Lager umstrittenen früheren Salzbergwerk Asse ist eine Decke eingestürzt. Das teilte das Bundesamt für Strahlenschutz am Donnerstag in Salzgitter mit. Die Decke befand sich demnach zwischen zwei 15 Meter hohen Hohlkammern, die bereits größtenteils mit Salz gefüllt sind und in denen keine radioaktiven Abfälle lagern. Zwischen der Decke und dem Salz darunter hatte sich über die Jahre eine Spalte von etwa 30 bis 60 Zentimetern gebildet.

Es bestehe keine akute Gefahr, erklärte die Behörde. Es sei keine seismische Aktivität festgestellt worden. Experten prüfen, ob dort Stabilisierungsmaßnahmen sinnvoll sind.

In dem Salzbergwerk bei Wolfenbüttel in Niedersachsen gibt es mehrere Probleme. Mindestens seit 1988 wird dort der stetige Zufluss großer Mengen Wasser - rund zwölf Kubikmeter pro Tag - registriert. Mehrfach - zuletzt im Juli - wurde radioaktive Lauge entdeckt. Seit Jahren wird an einem Schließungskonzept für die Asse gearbeitet, die 1967 als weltweit erstes unterirdisches Atomlager eröffnet wurde. (APA/AP)

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nix fir unguad
10.10.2009 00:01
Selbst als Atomstrombefürworter kommt man...

...nicht darum herum, dass es nicht sehr weise war gegen Warnungen diesen Ort als Lagerstätte für niedrig-radioaktives Material zu wählen. Eine Sauerei ist wie dieses Lager vom Fraunhofer Institut betrieben wurde. Es kann nicht sein, dies ohne Konsequenzen für die Verantwortlichen hingenommen wird.
Aber eines Gute hat es: Der Fall bekräftigt dass Gorleben nicht so einfach als Endlager für hoch-radioaktives Material gewählt werden kann. Die Salzstöcke haben sich nicht bewährt. Deutschland muss in Erwegenschaft ziehen eher eine (teurere) Lagerung in stabilen Granitformationen durchzuführen.
Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, nämlich die der Tiefenbohrlagerung. Die Technik dafür ist vorhanden. Das MIT bevorzugt eine solche Lagerung.

Rumo von Zamonien
09.10.2009 18:16

Hinreissend.

Reinhold Loecker
09.10.2009 17:48
Unmöglich!

Wie Umweltministerin Angela Merkel in den neunziger Jahren versicherte, sind derartige Vorfälle vollkommen unmöglich. Es kann sich dabei nur um Panikmache aus dem linken Lager handeln.

worry1
09.10.2009 13:29
Und die Dümmsten bei uns

glauben auch der Atomlobby auch weiterhin, daß Atomkraft ja so sicher ist und wir sie unbedingt brauchen.
Tschernobyl gab es nicht und wird es auch nie geben.

Gerhard Ingolf
11.10.2009 23:46

Sind jene, die eine Lagerstätte für schwach radioaktiven Abfall aus Krankenhäusern als Argument für die Sicherheit eines Atomkraftwerkes nehmen nicht noch dümmer?

Andreas Mittermayer
04.11.2009 21:44
Na, Herr Kernkraftlobbyist! WAS meinen Sie, wurde in ASSE gelagert??


Schwach radioaktiver Abfall aus Krankenhäusern jedenfalls nicht!

ASSE war ein Versuchslager für Gorleben und dafür wurden schwach und mittelradioaktive Abfälle stammend aus der Kernenergie gelagert!

Siehe:

http://de.wikipedia.org/wiki/Scha... gsinventar

Lokus et Loki
09.10.2009 12:58
Dan schicken wirs halt nach Afrika

als Entwicklungshilfe sozusagen. Wie den Elektronik Schrott, den bekommen's eh schon von uns. Damit habens dann endlich alle Komponenten um eigene AKWs zu bauen. Elektronik und Brennstäbe plus Steuerstäbe. Die sind zwar nimmer so tip top, aber dafür gratis. Damit geht es dort dann rasch wirtschaftlich bergauf, und wir können ihnen unseren ganzen Konsum Ramsch verkaufen und die Wirtschaft gibt wieder Gas. Wahnsinn, ich bin ein Genie, werde sofort im Kanzleramt anrufen und mich als Berater bewerben. So um die 1, 2 Mille pro Tag müssten da ja drinnen sein, wie man weiß.

sh75
 
09.10.2009 14:01

ja, ausserdem löst das das problem der überbevölkerung auch auf längere sicht gesehen (stichwort strahlenkrankheit)

Sand
09.10.2009 12:42
salzgitter, das aktuelle aushängeschild für made in germany

ersilio
09.10.2009 12:02
Eine Endlager mit einer Lebensdauer von 40 Jahren.

Da hält ja jedes Haus länger.

Für wen ist es eigentlich eine Neuiggeit, dass es immer Schwierigkeiten macht, wenn man Müll verklappt - ob im Meer oder einem Salzstock,
kein Unterschied.

Wie wärs mit oberirdischer Lagerung in entsprechenden Gebäuden?
Da ist der Mist besser kontrollierbar, z.B. schon mal mit ausreichendem Abstand zum Grundwaser.

Seria
09.10.2009 15:40

ein Salzstock kann sicherer sein als ein Tiefseegraben. Sehr gut sind auch große Granitschilde, in Europa zB nördl der Donau Richtung Tschechien oder der balt. Schild. Es müßte aber tief gegraben werden...

ulenspygel
09.10.2009 11:16
In den siebziger Jahren wurden die Betreiber nicht müde zu behaupten...

dass die Einlagerung in den Salzstock von Asse II auf hunderttausend Jahre sicher sei. Wie schnell doch die Zeit vergeht.

Aber schon damals war es Allgemeinwissen nicht nur der Atomkraftgegner, dass die benachbarten Anlagen Asse I und Asse III abgesoffen sind. Diese Argumente wurden unter den Teppich gekehrt.

So wie seinerzeit den Kohlepfennig wird man halt künftig den Atomcent einführen, um das Schlamassel auszufinanzieren.

badlwand
09.10.2009 10:51
auch hier werden die kosten auf die

allgemeinheit abgewälzt.

anstatt die entsprechende energiekonzerne zur kasse zu bitten, werden die laufzeiten der akws verlängert.

ach genau,... man kann mittlerweile nachlesen dass ein großteil der abgeordneten auf den gehaltslisten der atom konzere steht.

irgenwie sehe ich da schon einen gewissen interessenskonflikt.

eigentlich ist das hochverrat, denn "das recht geht vom volk aus" (lt. verfassung)

konsequenzen daraus:
die massen verarmen und die gewinne der konzerne sprudeln, welche in erster linie den aktionären zu gute kommen.

in ö auch nicht besser. erinnere nur daran, dass bis vor kurzem ein ÖMV manager namens Eder umweltsprecher der SPÖ war, welcher dann im zuge der offenlegungsdebatte von nebeneinkünften zurückgetreten ist.

A ndreas Bogeschdorfer
11.10.2009 15:17
dass ein großteil der abgeordneten auf den gehaltslisten der atom konzere steht.

Sorry, aber das ist ein wenig übertrieben. Dass die Energiekonzerne kräftig ihre Finger in der Politik haben ist nicht neu. Schröder, Clement oder Fischer in Deutschland beweisen das genauso wie Ruttensdorfer, Klima u. a. in Österreich.

Aber wäre es ein Großteil der Abgeordneten, hätte sich etwa in Deutschland nie ein EEG durchgesetzt. Dieses ging von einer Parlamentsinitiative aus, weil gerade die Abgeordneten weniger abhängig sind, als Regierungsmitglieder.

Richtig wäre eher: Ein wichtiger Teil der strategisch bedeutsamen Regierungsämter wird von den Gehaltslisten der Energiekonzerne beeinflusst.

hlg
09.10.2009 20:16
richtig...

und wen wählen?

die grünen, die atomstrom favorisieren, weil man ihnen co2 als schadstoff verkaufen konnte?

(ich weiss schon es gibt auch windräder aber die sind nur ein placebo)

A ndreas Bogeschdorfer
11.10.2009 15:33
Wo sehen Sie in Österreich oder Deutschland einen Grünen der Atomstrom favorisiert?

.."Weil man Ihnen CO2 als Schadstoff verkaufen konnte"???

Aus Sicht d Klimamechanismen ist fossiles CO2 für d heutigen Ökosysteme i d Tat Schadstoff. Wie bei allem kommt es auf d Dosis an. D Dosis für d heutigen Ökosysteme hat sich eingespielt und wird durch fossile Verbrennung verändert. Das kann nicht ohne Folgen bleiben.

Ihr Befund v Windrädern als Placebo geht an d Wirklichkeit vorbei. Bereits 7% d deutschen Stromverbrauchs deckt d Windkraft. Das nach gerade einmal 15 Pionierjahren gegen den Widerstand der Großkonzerne u mit mässiger politischer Unterstützung.

Alleine durch Repowering bestehender Anlagen könnte dieser verdreifacht werden. Bei Ausnutzung d Raumpotentiale könnten bis 2020 40% d deutschen Stroms aus Wind stammen.

hlg
11.10.2009 22:24
laangsam...

http://www.solarresearch.org/solarkritik41.pdf

alle erneuerbaren in D zusammen waren 2007 unter 7%

A ndreas Bogeschdorfer
12.10.2009 16:22
Sorry, aber wer Stromproduktion und Primärenergieverbrauch nicht unterscheiden kann, disqualifiziert sich für Energiedebatten.

nix fir unguad
09.10.2009 18:58
In Asse lagern hauptschlich radioaktive Abfälle der...

...Medizin und niedrigaktive Abfälle von rückgebauten nuklearen Forschungseinrichtungen. Diese Abfälle haben mit den Stromproduzenten nichts zu tun. Deshalb werden auch die Energieversorger für die Sanierung von Asse nicht zur Kasse gebeten.
Konservativ geschätzt produzieren die AKWs in D jährlich 120MRD kWh an Elektrizität. Würde es diese nicht geben würde der Strom mit Kohlekraftwerke produziert werden. Die Externen Kosten für Kohlestrom sind zwischen €c2 und 16/kWh. Die Externen Kosten für Atomstrom sind zwischen 0.2 und 0.6 Cent. Nimmt man Durchschnittswerte kommt man bei Kohle auf 9c und bei Atom auf 0.4c. Atomstrom spart der Deutschen Volkswirtschaft also 8.6c/kWh. Das macht jährlich bei 120MRD kWh ca. €10MRD. Da ist Asse leistbar.

Seria
09.10.2009 09:43

interessant zu sehen wie wenig so ein ernstes Thema die Postingöffentlichkeit interessiert

sh75
 
09.10.2009 14:13

ich bin betroffen - ja. aber was sollte man diesbezüglich diskutiernen? das werkl is in deutschland, und wenn sich österreichische poster über AKWs in deutschland, oder sonstwo aufregen, wird das net viel nützen.

Gerhard Grabner
09.10.2009 01:07
Bei der Atomenergie besteht nie Gefahr...

...sagen die Experten. Kenn ma schon.

Einst Erwin, jetzt wieder Hund...
09.10.2009 07:40
Die Decke wurde ja auch aus rein ästetischen Gründen gebaut.

Seria
08.10.2009 20:38

was da passiert ist einfach kriminell. In so einer Notsituation braucht man nicht Jahre um Konzepte zu erarbeiten. Alles rad. material ist aus der Grube zu entfernen und neu einzusargen. Offensichtlich wartet man bis die Grube nicht mehr zugänglich wird. ImSalz ist es normal, daß sich im laufe der Zeit immer wieder Platten von der Decke lösen. Bei Eindringen von Wasser ist die Katastrophe aber wohl schon passiert und wird tot geschwiegen bis es zu Austritten an der Oberfläche kommt

Wowbagger
09.10.2009 17:29

Das könnte schwierig werden:

"Wenn die Forschung ergibt, dass der Schacht doch ungeeignet ist, wird der Atommüll eben wieder herausgeholt. Aber daran dachte niemand ernsthaft, was schon an der Art der Einlagerung zu erkennen ist. Hat man die Fässer anfangs noch sorgsam gestapelt, mal liegend, mal stehend, wurden sie später einfach mit einem Radlader einen Abhang im Berg hinuntergekippt und mit Salz überdeckt – im Jargon hieß die Methode »Einpökeln«. Dass dabei Fässer beschädigt wurden, kümmerte niemanden."

http://www.zeit.de/2009/38/D... e?page=all

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