Werftleiter in Zeltweg wittert "Korruption"

8. Oktober 2009, 18:46
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Chef der Eurofighter-Werft schaltet die Justiz ein

Zeltweg/Wien - Dicke Luft in der Fliegerwerft Zeltweg: Christian Schandor, der die "Eurofighter-Werft" seit 2004 leitet, brachte am Mittwoch eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Korruption ein. Der 34-jährige Major, der in der Fliegerwerft 2 der Chef von 370 Mitarbeitern ist, musste bereits im März 2008 - trotz makellosem Personalakt, wie sein Anwalt betont - seinen Sessel vorübergehend räumen und wurde nach Wien abkommandiert.

Offiziell wurde die Rochade, bei der Reinhard Zmug ein Jahr lang die Werftleitung übernehmen sollte, von Generalstabschef Edmund Entacher damals so begründet: Zmug müsse zu Weiterbildungszwecken den Platz Schandors einnehmen. Schandor wollte jedoch unbedingt an seinen Arbeitsplatz zurück. Doch einige erfolglose Gespräche und ein weiteres halbes Jahr später muss der Major immer noch von Wien, wo er im Verteidigungsministerium im sogenannten "Materialstab Luft" zwischengeparkt wurde, in seinen Wohnort Judenburg pendeln.

Konkret will Schandor nun, dass die Staatsanwaltschaft prüft, ob es im Zusammenhang mit seiner Versetzung seitens des Ministeriums zu den "strafrechtlich relevanten Tatbeständen des Amtsmissbrauches, der Nötigung und der Streuung von Gerüchten gekommen ist." Das Verteidigungsministerium gab dazu vor Redaktionsschluss kein Statement ab. (cms, DER STANDARD, Printausgabe 8.10.2009)

 

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