Angst als Politik

8. Oktober 2009, 18:38
54 Postings

Fast alles, was Faymann tut, ist von Angst vor Krone und Krone light (Heute) bestimmt

"Wir dürfen keine Angst vor der Bevölkerung haben", sagt Werner Faymann in Verteidigung seiner erneuten Forderung einer Volksabstimmung über die EU. "Wir müssen uns hinstellen und mit ihr diskutieren und für den Vertrag werben."

Den Grundsatz kann man unterschreiben. Politik bedeutet Führung. Das bedingt aber Überzeugungskraft und den Willen, die Wähler mit oft unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren. Denkt jemand in dem Zusammenhang an Faymann? Im konkreten Fall erscheint eine Volksabstimmung eher unsinnig, aber lassen wir das einmal beiseite. Faymann fehlt die Kraft, irgendwen von irgendetwas zu überzeugen. Außerdem hat er - hat die SPÖ, hat die Politik insgesamt - pausenlos Angst vor der Bevölkerung. Sie rühren die Ausländerfrage nicht an, auch die Frage eines finanzierbaren Sozialstaates nicht. Über die Bedeutung der Europäischen Union hat man von Faymann noch keine überzeugende Rede gehört.

Fast alles, was er tut, ist von Angst bestimmt. Vielleicht nicht von Angst vor der Bevölkerung, aber von Angst vor Krone und Krone light (Heute), die vorgeben, das Volk zu repräsentieren. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 8.10.2009)

 

Share if you care.