Zeitraffer durch Filmmusikgeschichte

8. Oktober 2009, 17:28
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Christina Zurbrügg zelebriert acht Jahrzehnte Tonfilm

Der Dichter Federico García Lorca. Die letzten Wiener Dudlerinnen. Joni Mitchell und Caterina Valente. Die kulturellen Räume, die Christina Zurbrügg seit 25 Jahren als Sängerin, Schauspielerin und Filmemacherin durchmisst, sind höchst kontrastreiche.

Nun fungiert der 80. Geburtstag des Tonfilms als Anlass für das mit "Songs im Film mit Akkordeon" untertitelte Programm "To The End of Love". Soll sein. Begleitet von Maria Düchler (Akkordeon, Klavier) und dem flamencogeeichten Gitarristen Martin Kelner, singt sich Zurbrügg im Zeitraffer durch die Filmmusikgeschichte.

Dabei erstaunt die Nonchalance, mit der sie sich den mit Carlos Gardel, Zarah Leander, Edith Piaf, Marilyn Monroe oder Leonard Cohen verbundenen Melodien nähert. Zurbrügg verzichtet darauf, den Liedern eigene Sichtweisen abzuringen; um auch nur ansatzweise gegenüber den Originalen bestehen zu können, ermangelt es ihrer Stimme freilich an der Fähigkeit zu plastischer Dramatisierung.

Allein in den Jodlereinlagen findet Christina Zurbrügg momentweise zu eindringlicher Unmittelbarkeit. Im Hintergrund flimmern geloopte Filmausschnitte, dann und wann werden Briefe und Dialoge zitiert. Eine dramaturgische Linie ist in dem Programm indes nicht zu entdecken. Die Lieder selbst genügen sich als Aussage. Ohne wie auch immer gearteten Mehrwert dargeboten, ist das allerdings ein bisschen zu wenig. (felb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.10.2009)

 

 Theater Drachengasse, 1., Fleischmarkt 22, 01/513 14 44, www.drachengasse.at. 20.00. Weitere Aufführungen: 9., 10., 13., 14., 16., 17. Oktober

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