Jordanischer König warnt Israel vor Festhalten am Status quo

08. Oktober 2009 17:07

Abdullah II. befürchtet "Pulverfass" Jerusalem

Amman/Jerusalem - König Abdullah II. von Jordanien hat sich gegen die Vorstellung gewandt, dass der gegenwärtige Zustand im Nahen Osten einfach so bleiben könne, und Israel gewarnt, dass die Region wieder zurück "in dunkle Zeiten" rutschen könnte. In einem Interview mit der israelischen Tageszeitung "Haaretz" verwies der haschemitische Monarch am Donnerstag darauf, dass die von Israelis und Palästinensern beanspruchte Stadt Jerusalem zum "Pulverfass" werden könnte, das die gesamte islamische Welt in Flammen setzen würde. Jordanien hatte ebenso wie Ägypten mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen.

Abdullahs verstorbener Vater, König Hussein, hatte die staatsrechtliche Ausgliederung des seit 1967 von Israel besetzten Westjordanlandes mit Ostjerusalem aus seinem Reich verfügt, um dem palästinensischen Selbstbestimmungsrecht Rechnung zu tragen. In Jerusalem, das den drei monotheistischen Weltreligionen heilig ist, wachsen die Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis. In der Vergangenheit waren Zwischenfälle am Tempelberg oft Auslöser von arabischen Aufständen. Israelische Politiker spielen diese Gefahr jedoch herunter, der stellvertretende Ministerpräsident Silvan Shalom erklärte, er glaube nicht, dass es eine dritte Intifada wie Ende der 1980er-Jahre und 2000 geben werde. Wer dies behaupte, wolle nur Furcht säen.

Der jordanische König hatte während eines USA-Besuchs Israel vorgeworfen, Schritt für Schritt auf die Vertreibung der Christen und Muslime aus Jerusalem hinzuarbeiten. Die israelische Siedlungspolitik habe das Ziel, die "Identität" der Stadt so zu verändern, dass dort eines Tages keine Christen und Muslime mehr leben, hatte der Monarch erklärt. Der Streit um Jerusalem ist eines der Hauptprobleme im Nahost-Konflikt. Israels Hauptstadt-Anspruch wird international nicht anerkannt, deshalb unterhalten fast alle Staaten der Welt ihre Botschaften in Tel Aviv. Die Proklamation Jerusalems zur "ewigen und unteilbaren" Hauptstadt Israels durch das israelische Parlament 1980 ist von der UNO-Vollversammlung mehrmals für illegal und "null und nichtig" erklärt worden. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil Jerusalems als ihre Hauptstadt. (APA/Reuters)

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21 Postings
H. K.7
09.10.2009 14:05
ein könig ...


es gibt wirklich noch immer länder, die tatsächlich von einem könig regiert werden ...

United Nations
09.10.2009 10:37
1980 hat die israelische Regierung -entgegen weltweiter Proteste- Jerusalem

inkl. Ost-Jerusalem zur Hauptstadt erklärt. Die Verurteilung durch die UN-Vollversammlung und Resolutionen des UN-Sicherheitsrates (476, 478) störten Israel Dank Enthaltung der bekannt unmoralisch agierenden USA nicht. Dank USA wurde natürlich kein Finger gerührt, die Resolutionen irgendwie durchzusetzen.
Als in Ost-Jerusalem geborener und lebender Palästinenser kann einem einfach das Dach über dem Kopf von isr. Bulldozern weggerissen werden. Ohne Wohung gibt's keine Zutrittsberechtigung nach O-J. Und das palästinensische Hinterland wird durch absichtlich angelegte israelische Siedlungsgürtel ebenfalls abgeschnitten.

Fritz Wunderlich
09.10.2009 13:46

1948 wurde das jüdische viertel (heute als ost-jerusalem bekannt) abgerissen, seine einwohner vertrieben, durch die jordanische armee und araber
und was ist das eigentlich, "arab territories":
Reaffirms the overriding necessity to end the prolonged occupation of Arab territories occupied by Israel since 1967, including Jerusalem;
hehe, sehr vage definition, theoretisch wäre dann spanien auch noch arabisches territorium, nicht wahr

Com Pirx
09.10.2009 17:31

Residiert Netanyahu neuerdings in Madrid?

Fritz Wunderlich
10.10.2009 14:11

na, wenn man die definition der arab territories weit genug treibt

Com Pirx
11.10.2009 22:36

Dass die Israelis auch jenseits des Mittelmeers gelandet sind, überrascht mich jetzt aber.

Fritz Wunderlich
12.10.2009 10:12

sephardische juden und ihre verfolgung durch die almoraviden und almohaden sowie die allzu katholischen reconquistadoren

Com Pirx
12.10.2009 10:42

Die natürlich ja. Ich habe jetzt eher an die glorreiche israelische Armee gedacht. Oder waren die arabischen Reiterheere in Wahrheit nur verkappte Vorläufer der IDF?

Fritz Wunderlich
12.10.2009 13:24

ähm, du verwechselst, wie so viele andere, dass antisemitismus nichts mit semitismus im völkischen sinne zu tun hat

Com Pirx
12.10.2009 15:37

Damit's der Zensor auch versteht:
"Arab territories occupied by Israel since 1967"

Fritz Wunderlich
12.10.2009 17:39

tja, damit wich der uno einer spezifizierung aus, was denn da besetzt sei, und welche völkerrechtlichen regelungen zutreffen würden, bekanntlich waren zu der zeit wjl von jordanien und gaza-streifen von ägypten annektiert, interressanterweise aber nannte die und diese gebiete eben nicht jordanische und ägyptische, sondern so allgemein wie möglich

Com Pirx
13.10.2009 09:40

Das mag alles sein. Nur sind die Israelis bei der Besetzung arabischer Territorien trotzdem nicht bis Madrid vorgestoßen.

Fritz Wunderlich
13.10.2009 13:55

tja, das ist der unterschied zu arabischen reiterhorden

Com Pirx
13.10.2009 17:55

Endlich haben Sie es kapiert.

Fritz Wunderlich
14.10.2009 20:07

was du nie verstehen wirst?

Werner Lischka
09.10.2009 11:08
die armen palästinenser ...

... hatten jetzt 50 jahre zeit, die tatsache zu akzeptieren, dass die arabische seite die diversen kriege verloren hat. hätten wir in europa die logik dieser irren (und ihrer unterstützer) befolgt, würde ich heute raketen nach tschechien feuern, weil meine familie vertrieben wurde.
wer verliert zahlt - punkt. ob gerecht oder nicht - nach dem krieg baue ich wieder auf, verzichte auf provokationen gegen den sieger, sonst krachts erneut - ende der diskussion.

el dus
 
14.10.2009 16:41
Na dann, nach Ihrem moralfreien pragmatischen Ansatz vorgehend

liegt die Lösung nahe. Nach spätestens 50 Jahren hat Ruhe zu sein. How come, dass dann nach 2000 Jahren Leute daherkommen und Ansprüche anmelden? Nach 40 Mal 50 Jahren! Das nenne ich Chuzpe. Anderen eine 50 Jahrefrist setzen und sich selber die 2000 Jahre Regelung vorbehalten. Wo gibt's denn sowas.

Werner Lischka
15.10.2009 10:11
an realitätsverweigerung leiden ...

... sicher nicht nur die palästinenser - die ist auch bei israel. siedlern weit verbreitet. deren ansprüche sind genauso dämlich.
die ansprüche des israel. staates auf seine sicherheit und sein territorium basieren allerdings nicht auf 2000 jahren geschichte sondern auf einem UN-beschluss zur schaffung eines jüdischen staates nach dem holocaust. da sie ja historisch gebildet sind, werden sie auch wissen, dass auf dem betroffenen territorium kein staat (schon gar kein palästinensischer) existierte, sondern ein völkerbund-mandat, über dass die UN verfügen konnte. tut mir leid - kein 2000 jahres-anspruch.
wegrennen, warten auf erfolgreiche juden-extermination (d. arab. armeen) und hoffnung auf plündergut sind keine tolle anspruchsbasis.

philidor85
11.10.2009 10:53

aja weil die europäischen staaten bzw. völker nie verlorenes land wieder zurückwollten und deswegen kriege führten

2 der eu gründungsmitglieder haben sich über nen zeitraum von 74 jahren wegen elsaß-lothringen in die haare gekriegt (ok nicht nur deswegen)

ja die sudetendeutschen haben sich in deutschland und österreich angesiedelt und sich großteils damit abgefunden zumal man auch nicht in einem kommunistischen land leben wollte - wars deswegen ok?

die spannungen blieben im kalten krieg eben eingefroren deswegen wars danach stabiler

die vollendeten tatsachen des 1. wk wurden von den bevölkerungen der verlierer nicht akzeptiert...deswegen hats danach ja so gebrodelt

oder in neuerer zeit - krajina...klingelts?

Werner Lischka
12.10.2009 15:23
die länder europas ...

... haben es zum grossteil gelernt - deswegen geht es der majorität in diesen ländern auch ausgezeichnet.
die 2 mit der 75jährigen tradition sind heute die dicksten kumpel - deswegen gibts ja die eu.
das am balkan der erkenntnisgewinn noch nicht so weit ist bestreitet keiner - daher die erkenntnisunterstützung von aussen (analog 45). selbst die serben haben keine lust auf 50 jahre dauerkrieg - im gegensatz zu manchen menschen in arab. ländern.
nur weil auch europa fehler macht(e) - muss man die an der levante nachmachen?

d_parker
09.10.2009 11:30
Wie wahr. Und genau an der Akzeptanz dieser Tatsache hakt es gewaltig!

Think Again: Why incitement is such a big deal
http://www.jpost.com/servlet/S... 2FShowFull

THE FAILURE to curb incitement has been so constant, so long-standing that it barely elicits a yawn today. But that apathy reflects a profound misunderstanding of the significance of that incitement.

Shimon Peres once remarked, "I don't care what the Palestinians say, only what's written in the agreements." But what the Palestinians say to one another, and particularly what they teach their children, is far more important than what's written in peace agreements.

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