Auch die Fußballer trifft die Krise

8. Oktober 2009, 16:44
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Gewerkschaft der Fußball-Profis alarmiert - 75 Prozent mehr arbeitslose Spieler - Betroffen seien vornehmlich Kicker Mitte 20

Wien - 75 Prozent mehr arbeitslose Fußball-Profis als im Vergleichsmonat des Vorjahres hat am Donnerstag die heimische Fußballergewerkschaft VdF (Vereinigung der Fußballer) vermeldet. Und die Interessensvertretung präsentierte auch Lösungsvorschläge: Bessere Ausbildung der Jungkicker sowie mittelfristig die Aufhebung jener Beschränkung, die es vereinslosen Spielern ab der dritten Leistungsstufe unmöglich macht, während der Saison den Verein zu wechseln.

EURO-Torhüter Jürgen Macho gehört ebenso zum derzeit rund 100 Mann umfassenden "Reserveheer" wie Ex-Innsbrucker Dennis Mimm. Das Gros der Betroffenen ist freilich ungleich weniger prominent. "Hauptsächlich betroffen sind Spieler Mitte Zwanzig, die urplötzlich aus ihrer Berufslaufbahn gerissen werden, und zwar aus dem einzigen Beruf, den sie erlernt haben", gab VdF-Vorsitzender und Ex-Profi Oliver Prudlo zu bedenken. "Die meisten davon kommen aus der ADEG-Liga", präzisierte Geschäftsführer Rudolf Novotny, der keinen Zusammenhang mit der allgemeinen Wirtschaftslage sieht: "Es wird in einem Ausmaß ausgebildet, dass es keine Jobs mehr gibt."

Die VdF erachtet daher eine Reform des Ausbildungswesens für notwendig, um zumindest langfristig das Problem in Griff zu bekommen. "Wir dürfen den jungen Akademieabgängern nicht eine Profilaufbahn versprechen, sondern müssen ihnen darüber hinaus ein zweites Standbein schaffen. Schulische Ausbildung allein ist da leider oft zu wenig", befand Prudlo. Wer nach wenigen, mäßig erfolgreichen Jahren aus dem "System" rutsche, der laufe durchaus Gefahr, zum Sozialfall zu werden.

Mittelfristig könne der ÖFB mithelfen, die Zahl der arbeitslosen Profis zu senken. "Während in Bundesliga und Erster Liga üblicherweise Spielgenehmigungen für arbeitslos gemeldete Profis auch außerhalb der Übertrittszeiten erteilt werden, lehnt der ÖFB ein solches Vorgehen für die Ligen darunter jedoch ab und verweist auf Bewerbssicherheit", erläuterte Prudlo, der das aber nachvollziehen kann. "In der Bundesliga wird es seit längerem so gehandhabt, und man kann ja wohl der Bundesliga die Bewerbssicherheit nicht absprechen. Schließlich geht es um Arbeitsplätze. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!" (APA)

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