Weitere Probleme für AWD

8. Oktober 2009, 16:28
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Krisengeschüttelter Finanzdienstleister bekam für die Bilanz 2008 kein uneingeschränktes Testat

Wien - Der krisengeschüttelte Finanzdienstleister AWD hat weitere Probleme am Hals. Die Wirtschaftsprüfer von BDO verweigerten AWD Österreich für die Bilanz 2008 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk, berichtete das "Format" am Donnerstag vorab. Es könne nicht abgeschätzt werden, ob die Rückstellungen in der Höhe von zwei Mio. Euro für die Schadenersatzansprüche ausreichen, so die Begründung.

Unternehmenssprecher Hansjörg Nagelschmiedt sieht das naturgemäß anders. Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung im Februar 2009 hätten weder AWD noch die Wirtschaftsprüfer abschätzen können, wie viele Anleger tatsächlich vor Gericht ziehen. Laut Bilanz sind in den zwei Mio. Euro "explizit auch die damit verbundenen Prozesskosten sowie Rechts- und Beratungsaufwendungen enthalten".

AWD ist - wie berichtet - auch wegen mutmaßlicher Fehlberatungen beim Verkauf von Immofinanz-Aktien mit zahlreichen Anlegerklagen konfrontiert.

Im Jahr 2008 ist das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von AWD Österreich um 91 Prozent auf 2,9 Mio. Euro eingebrochen, nach 32,5 Mio. Euro. Die Bilanzsumme ist von 86,8 Mio. Euro per Ende 2007 auf 51,3 Mio. geschrumpft. Die Abschlussprovisionen sind gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent zurückgegangen. Die wiederkehrenden Provisionen sind "aufgrund des risikoaversen und liquiditätsorientierten Anlegerverhaltens" um 26,7 Prozent gesunken. Die Eigenkapitalquote hat sich von 44,0 auf 31,2 Prozent verringert. (APA)

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