Höhere Schmerzschwelle verrät Parkinson-Gen

8. Oktober 2009, 16:35
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Menschen mit genetischer Parkinson-Veranlagung weisen andere Schmerzverarbeitung auf

Menschen mit genetischer Parkinson-Veranlagung verarbeiten Schmerzreize anders als Gesunde: Ihre Schmerzschwelle für mechanische und Druckreize liegt höher. Diese Unterschiede lassen sich auch schon vor dem Auftreten erster Symptome feststellen, teilt die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) in einer Aussendung mit. So lassen sich verschiedene Parkinson-Formen voneinander unterscheiden. Das konnten Kieler und Lübecker Forscher um Janne Gierthmühlen nachweisen.

Vorzeichen der Parkinsonerkrankung

Neben den Hauptsymptomen wie Steifheit und Schüttellähmung plagen Parkinson-Patienten auch häufig Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schmerzen. Kürzlich wurden Mutationen in mehreren Genen (PARKIN und PINK1) als Ursache eines früh beginnenden Parkinson-Syndroms identifiziert. Genträger haben ein höheres Risiko an Parkinson zu erkranken. Von Untersuchungen dieser Personengruppen erhofft sich die Medizin den Nachweis von Vorzeichen der Parkinsonerkrankung, die bereits vor den ersten Symptomen auftreten und eine frühzeitige Behandlung ermöglichen.

Verringerte Sensibilität bei Genträgern

Die Forscher untersuchten je 14 Genträger und gesunde Kontrollpersonen mit mehreren sensorischen Tests. Es zeigte sich, dass PINK1-Mutationsträger mechanische Reize schlechter wahrnehmen und erst stärkere mechanische und Druckreize als schmerzhaft empfinden als gesunde Menschen. Die Genträger wiesen also eine verringerte Sensibilität auf, unabhängig davon, ob sie schon Parkinson-Symptome zeigten oder nicht. Die Funktion peripherer Nerven zeigte sich neurographisch unauffällig und Vibrationen spürten PINK1-Mutationsträger ähnlich wie andere Menschen. "Wir vermuten deswegen, dass es sich um eine zentrale Verarbeitungsstörung handelt, die auf der Ebene des Rückenmarks und Gehirn begründet ist, und nicht in den peripheren Nerven", erklärt Janne Gierthmühlen. Bei Parkinson-Patienten ohne Genmutation (nicht-klassifiziert) sind die Reizverarbeitungsmuster anders: Sie berichten etwa über eine stärkere Hitzeempfindlichkeit der Haut. "Das könnte bedeuten, dass das durch die entsprechenden Mutationen bedingte Parkinson-Syndrom sich anders äußert und sich so klinisch von anderen Parkinsonformen unterscheiden lässt", so die Forscher. (red)

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    Menschen mit genetischer Parkinson-Veranlagung nehmen mechanische Reize schlechter wahr

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