Internet-Kriminalität wird mehr und professioneller

8. Oktober 2009, 15:38
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"Nach unserer Hochrechnung steigt der Schaden um 56 Prozent auf etwa elf Millionen Euro pro Jahr"

 Die Kriminalität im Internet ist weiter auf dem Vormarsch. Die Betrüger werden dabei zudem immer professioneller, wie eine am Donnerstag in Berlin vorgestellte Forsa-Studie im Auftrag des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ergab. Demnach ist vor allem die Zahl der Betrugsfälle beim Online-Banking sprunghaft angestiegen.

."Nach unserer Hochrechnung steigt der Schaden um 56 Prozent auf etwa elf Millionen Euro pro Jahr"

"Phishing" nennen Experten die Online-Angriffe auf Bankkonten. Der Branchenverband rechnet in diesem Jahr mit 2900 angezeigten Fällen. Das sind 53 Prozent mehr als im vorigen Jahr. "Nach unserer Hochrechnung steigt der Schaden um 56 Prozent auf etwa elf Millionen Euro pro Jahr", sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf in Berlin. Allerdings verzeichnete Bitkom im vergangenen Jahr einen zeitweiligen, auf bessere Schutzmethoden zurückzuführenden Rückgang der Betrugsfälle beim Online-Banking.

"Phishing ist der Bankraub des digitalen Zeitalters", sagte der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke. Darüber hinaus mahnten BKA und Bitkom zur Vorsicht bei der Herausgabe von persönlichen Informationen im Internet. "Nutzerprofile sind mittlerweile das Ziel von Dieben", sagte Kempf. Mit Hilfe von bestimmten Programmen geklaute Daten wie Benutzernamen, Passwörter oder Kreditkarten-Angaben würden in der sogenannten "Underground Economy" als Hehlerware angeboten. Noch dazu gehen die Angreifer dabei immer professioneller vor. "Die im Bereich des Cybercrime aktiven Täter sind höchst innovativ und passen sich veränderten Gegebenheiten sehr schnell an", sagte Ziercke. Der Staat könne darauf nur mit zeitlichem Verzug reagieren.

Derweil startete das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Friedrichshafen ein Pilotprojekt für eine sichere und rechtsverbindliche Email-Version, die sogenannte De-Mail. Der Branchenverband Bitkom ist davon schon überzeugt: "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es weder im realen Leben, noch im virtuellen Leben", sagte Geschäftsführer Bernhard Rohleder. "Aber die De-Mail kommt sehr nah heran." (reuters)

 

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