Brandstiftungen und Mordversuch: 15 Jahre und Einweisung

8. Oktober 2009, 15:17
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26-jähriger Waldviertler nahm Urteil an

Krems - 15 Jahre Freiheitsstrafe und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher: So lautete am Donnerstag am Landesgericht Krems das Urteil für einen 26-jährigen Waldviertler, den die Geschworenen nicht nur der fünffachen Brandstiftung, sondern auch des versuchten Mordes und Raubes an einem Polizeibeamten schuldig sprachen. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

Im Mai hatte es innerhalb von zwei Wochen im Bezirk Waidhofen an der Thaya mehrfach gebrannt - zweimal auf dem Areal einer Baufirma, bei der der Mann früher beschäftigt gewesen war, weiters in einer Sozialeinrichtung, in der er in seiner Kindheit einmal untergebracht war, dann in einer weiteren Lagerhalle und bei einer Tischlerei. Dabei entstand Sachschaden in Millionenhöhe.

Wenige Tage vor Beginn der Serie hatte der Angeklagte mit einer Steinschleuder eine Polizeiinspektion beschossen - laut Staatsanwaltschaft Friedrich Kutschera in der Absicht, den Beamten herauszulocken, niederzustechen und seiner Waffe zu berauben. Das Vorhaben scheiterte, weil der Posten zufällig unbesetzt war. Nach seiner Festnahme gab der Mann an, er hätte Eltern, Lehrer, Polizisten und Ausländer umbringen wollen. Kutschera zufolge hatte der einsame, isoliert lebende gelernte Maurer zuvor in der Neo-Nazi-Szene vergeblich Anschluss gesucht.

Nach den Ausführungen von Verteidiger Wolfgang Lentschig waren die Brandlegungen unbestritten. Die weiteren - gravierenden - Anklagepunkte würden jedoch einzig auf den Aussagen seines Mandanten nach dessen Festnahme am 18. Mai beruhen. Da der 26-Jährige rund 30.000 Euro Schulden habe, die er nie zurückzahlen hätte können, sei er auf die "nicht glückliche Idee" gekommen, Geschichten von Mord- und Raubplänen zu erfinden.

"Niemand denkt sich bei seiner Verhaftung so was aus, um sich selbst zu belasten", hielt ihm die Richterin seine vier gleich lautenden Aussagen vor Kriminalisten und dem Staatsanwalt vor, wonach er ein Blutbad hätte anrichten wollen. "Das hab' ich nur so gesagt", meinte der 26-Jährige wortkarg und mit unbewegter Miene.

Dem psychiatrischen Gutachten zufolge ist der Angeklagte an sich geistig gesund und zurechnungsfähig, weise aber eine schwere Persönlichkeitsstörung auf. Auffällige Züge seien Einsamkeit und Isoliertheit, Kontaktarmut, Emotionslosigkeit und antisoziale Tendenzen. Der 26-Jährige sei dominiert vom Grundgefühl des Hasses und Grolls gegen andere, flüchte in Fantasien von Rachegelüsten. Weitere Handlungen mit schweren Folgen wären zu erwarten. (APA)

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