IBM im Visier der US-Kartellbehörde

8. Oktober 2009, 14:27
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Obama Regierung macht Druck und nimmt den Wettbewerb unter die Lupe - Auch große Telekom-Konzerne müssen zittern

Das U.S. Justice Department hat Untersuchungen gegen den Computerkonzern International Business Machines (IBM) aufgenommen, um zu klären, ob das Unternehmen seine Dominanz am Mainframe-Markt gegen Mitbewerber eingesetzt hat.

Lizenzprobleme

Die Untersuchung war von der Computer and Communications Industry Association (CCIA) angestrengt worden, nachdem IBM einigen Nicht-IBM-Kunden die Lizenz zur Nutzung ihres Betriebssystems entzogen hatte. Die Non-Profit-Organisation, der unter anderem auch Microsoft und Oracle angehören, hat dem US-Justizministerium entsprechende Fälle gemeldet.  Die Beschwerde schlägt damit in die gleiche Kerbe wie die bereits eingebrachte Beschwerde von T3 Technologies gegen IBM.

Der Fall "T3 vs. IBM"

Laut eines Berichts der New York Times will T3 Technologies, das Unternehmen hatte bereits in Europa Klage eingereicht und war in den USA mit einer Klage vorläufig abgeblitzt, eine Wiederaufnahme erreichen und gegen das Urteil berufen.

"Hercules"

Laut CCIA habe IBM unter anderem jenen Untenehmen, die "Hercules" einsetzen, die Lizenz entzogen, um das Betriebssystem auf Nicht-IBM-Mainframes laufen zu lassen. "Hercules" ist eine Open Source-Software, die es ermöglicht, IBM Mainframe-OS auf Maschinen mit Intel und AMD-Chips laufen zu lassen. Von Seiten IBMs wurde noch keine Stellungnahme abgegeben.

"Antitrust wird nun ernst genommen"

Ed Black, Vorsitzender der CCIA erklärte: "Es ist ein klares Zeichen der Regierung, dass man den Wettbewerb beziehungsweise Wettbewerbsverzerrung ernst nimmt und entsprechend vorgehen will." Auch große Telekom-Konzerne in den USA dürften ins Visier der Kartellbehörde gekommen sein. "Das Justizministerium will sich hier deutlich positionieren und Zeichen setzen", so Kartellanwalt David Balto, "Es besteht also durchaus ein berechtigter Grund für IBM sich zu sorgen."(red)

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    "Das Justizministerium macht Ernst - Grund genug für IBM besorgt zu sein", meint Staatsanwalt David Balto.

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