Dem Bartgeier auf der Spur

8. Oktober 2009, 12:04
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Aasfresser war in den Alpen ausgerottet worden - nun wird jährlich der Bestand erhoben - Bevölkerung soll Sichtungen melden

Graz - Kommendes Wochenende wird im Rahmen der internationalen "Bartgeier-Zähltage" 2009 die Population der seit 1986 wieder im Alpenraum angesiedelten Vögel erhoben. Im vergangenen Jahr wurden 96 verschiedene Geier im Alpenbogen beobachtet, elf davon in Österreich. Schätzungen gehen davon aus, dass es jedoch insgesamt rund 135 der mit knapp drei Metern Spannweite größten Vögel der Alpen gibt.

Der Bartgeier war 1910 nach einer "Rufmordkampagne" ausgerottet worden, erklärte Gunther Greßmann von der Österreichischen Bartgeier-Monitoringgruppe. Obwohl sich der "Riese" größtenteils von Aas ernährt, sei er als Bestie hingestellt worden - die Menschen rotteten ihn in den Alpen aus. Erst Ende der 1980er begann man, ihn auch in Österreich wieder anzusiedeln.

Kriterien

Mit den jährlichen Zähltagen will man prüfen, wie sich die Population entwickelt. Dabei wird aber nicht nur für jeden Geier ein Strich in der Liste gesetzt, sondern auch der Ort der Beobachtung, Zeit, Gefieder-Färbung, Mauserlücken, Fußringe und Verhalten dokumentiert. Aufgerufen sind nicht nur die rund 2.500 Freiwilligen im Netzwerk des Monitorings, sondern auch die Bevölkerung, Sichtungen zu melden.

Greßmann selbst meinte, er werde bewusst in die Natur gehen und mit Fernglas sowie Spektiv ausgestattet beobachten: "Oft ist es aber reine Glückssache, ob ein Bartgeier vorbeifliegt." Neben den österreichischen Nationalparks sind auch Ornithologen in Frankreich, Italien, Deutschland und der Schweiz unterwegs, um den gesamten Alpenraum abzudecken. (APA/red)

Beobachtungen
Sichtungen von Bartgeiern können beim Österreichischen Bartgeier-Monitoring/Nationalpark Hohe Tauern, Tel. 0664/8203055, oder via Mail gemeldet werden.

  • Artikelbild
    foto: egs/nationalpark hohe tauern/k.hofbauer
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