Micheletti brüskiert OAS-Delegation: Nur Invasion könne Wahlen verhindern - Polizei und Militär lösen Demonstration in Tegucigalpa mit Gewalt auf
Tegucigalpa - Die Verhandlungsbemühungen der
Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in Honduras sind vorerst gescheitert.
Der nach einem Putsch gegen den rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya
installierte und international nicht anerkannte Übergangspräsident Roberto
Micheletti wies die Forderungen der internationalen Gemeinschaft nach
Wiedereinsetzung Zelayas bei den Gesprächen in brüskem Ton zurück. "Sie kennen
die Wahrheit nicht oder Sie wollen sie nicht kennen", herrschte er mit vor Wut
bebender Stimme Vertreter der OAS an.
Die Verhandlungen am Mittwoch hatten zunächst hinter verschlossenen Türen
zwischen Vertretern von Putschisten und Legalisten begonnen. Die Debatte
zwischen Micheletti und den OAS-Diplomaten hingegen wurde später im Fernsehen
übertragen. Der kanadische Vertreter Peter Kent wies Michelettis Kritik zurück.
"Ein demokratisch gewählter Politiker - wie auch immer er sich in den letzten
Jahren verhalten hat - wurde undemokratisch gestürzt", sagte Kent im Hinblick
auf den Putsch vom 28. Juni. Die OAS-Delegation sollte am (heutigen) Donnerstag
wieder abreisen. Es handelt sich um den zweiten internationalen
Vermittlungsversuch in dem mittelamerikanischen Staat nach einer Anfang August
gescheiterten ersten OAS-Mission.
Straffreiheit vorgeschlagen
OAS-Generalsekretär Jose Miguel Insulza (Chile) hat vorgeschlagen, Zelaya bis
zum Ende von dessen regulärer Amtszeit im Jänner als Präsident einer
Einheitsregierung einzusetzen. Beiden Parteien, den Putschisten und Zelayas
Gefolgsleuten, sollte Straffreiheit gewährt werden. Micheletti erklärte sich am
Mittwoch zum Amtsverzicht bereit, aber nur unter der Bedingung, dass auch Zelaya
seinen Anspruch auf Wiedereinsetzung fallen lasse. Zugleich machte er deutlich,
dass an den für Ende November geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen
kein Weg vorbei führe. Nur eine Invasion von Honduras könne die Wahlen
verhindern, sagte der Exponent der De-facto-Machthaber der OAS-Delegation.
Der linksgerichtete Zelaya wurde Ende Juni gestürzt und von Soldaten nach
Costa Rica gebracht. Ende September kehrte er heimlich in die Hauptstadt
Tegucigalpa zurück und hält sich seitdem in der brasilianischen Botschaft auf.
Die internationale Gemeinschaft fordert die Wiedereinsetzung Zelayas und hat dem
verarmten Land größtenteils die Entwicklungshilfe eingefroren.
Während der Gespräche demonstrierten rund 150 Anhänger Zelayas vor der
brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa, wo der legale Präsident, bei dem das
Diplomatische Corps akkreditiert ist, festsitzt. Bei schweren Zusammenstößen mit
der Polizei wurden Krankenhausangaben zufolge zwei Demonstranten verletzt. Die
Polizisten gingen mit Schlagstöcken und automatischen Waffen gegen die
Zelaya-Anhänger vor. Sie forderten den Rücktritt Michelettis und riefen "Helft
uns, OAS!" (APA/AP/Reuters)
Die Putschisten und Oligarchen in Honduras greifen auf bewährte Mittel zurück: Kolumbianische Paramilitärs
UNO warnt vor Paramilitärs in Honduras.
Die Arbeitsgruppe der UNO, die sich mit dem Söldnerwesen befasst hat heute Alarm geschlagen, da ihr Informationen vorliegen, dass seit dem Putsch massiv Söldner angeheuert werden. Besonders die Todesschwadrone aus Kolumbien (AUC) werden gezielt angeworben.
In Kuba kann man wenigstens gut durchs Land reisen
Sollten sich aber Paramilitärs Honduras mächtig werden, wird es ein zweites Kolumbien geben.
Glaub mir, es ist grotesk einen "Reiseführer" anzuheuern, der dir sagt, wo es sicher ist und ob die Hacienda am Hügel zu "denen" gehört.
Natürlich hätte ein Putsch in den Vereinigten Staaten kein Erfolg
Dort gibt es ja keine US-Botschaft...
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