Seniorenrat

"Wir sind fünfter Sozialpartner"

8. Oktober 2009, 13:05
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    foto: apa/fohringer

    Pensionistenvertreter bewachen den Bundeskanzler bei seiner Rede. Sie scheinen zufrieden mit dem, was er sagt.

Pensionistenvertreter überhäufen die Politik mit Forderungen: Sie wollen mehr Geld, mehr Achtung und mehr Mitspracherechte

Wien - Bei der heutigen Vollversammlung des österreichischen Seniorenrats im Parlament wirkte es fast so, als gäbe es keine Wirtschaftskrise, keine Budgetdefizite und keine Massenkündigungen. Zumindest ließen sich die Vertreter der Pensionisten von diesen Problemen nicht daran hindern, zu ihren Forderungen noch einige weitere hinzuzufügen - zusammengefasst: Sie wollen mehr Geld, mehr Mitspracherechte und mehr Vorteile.

Die Politik ist mit finanziellen Zuwendungen zwar Krisen-bedingt unfreigiebig, will die Senioren als Wähler aber nicht verärgern. So meinte Bundespräsident Heinz Fischer am Rande der Tagung in einem TV-Interview: „Pensionisten sind wichtige Gesprächspartner mit hoher Sozialkompetenz. Jede Regierung ist gut beraten mit dieser gut organisierten Bevölkerungsgruppe zu reden."
Vizekanzler Pröll streute der alten Generation ebenfalls Rosen: „Die Erfahrung der österreichischen Geschichte hat gezeigt, dass nicht ein Gegeneinander, sondern ein Miteinander zum Ziel führt. Die Jungen sind zwar schneller dort, aber die Alten kennen die Abkürzung." Und Bundeskanzler Werner Faymann ließ es sich nicht nehmen, seine Rede mit einem Witz zu beginnen: „Vielleicht bin ich der einzige im Saal, der kein Mitglied einer Pensionistenorganisation ist." Der Applaus blieb aus.

Die Forderungen im Überblick:

  • Forderung: Mehr Geld

Die Pensionistenvertreter Blecha und Khol pochten erneut auf eine Pensionsanpassung gemäß dem Pensionistenpreisindex, der bei 1,9 Prozent liegt und nicht nach dem normalen Verbraucherpreisindex, der Periode mit 1,5 Prozent berechnet wurde. Verständnis ortet der SP-Pensionistenchef für dieses Anliegen auch bei der Jugend: "Wer uns auseinander dividieren will, wird auf Granit beißen." Verwiesen wurde von den Seniorenvertretern darauf, dass schließlich auch Geld der Großeltern an die Kinder und Enkelkinder fließe.
Die anwesenden Politiker zeigten wenig Bereitschaft, ohne weiteres mehr Geld auszugeben: Finanzminister Pröll erinnerte daran, dass im Vorjahr fast eine Milliarde für die Pensionserhöhungen ausgeschüttet worden sei und dass man sich in einer der schwersten Krisen befinde: "Jeder wird seinen Beitrag leiten müssen zur Stabilisierung des Landes."

  • Forderung: Mehr Achtung

Ein weiteres Thema auf der Agenda: Die Aussagen der Medien über die Pensionistengeneration. Ganz einig war man sich, dass mediale Verunglimpfungen der Pensionisten wie "graue Gefahr" oder "Kukident-Generation" nicht salonfähig werden dürften. Bundespräsident Heinz Fischer sprach von einer "völlig inakzeptablen Ausdrucksweise". Dies sei "kein Umgangston". Bundeskanzler Werner Faymann mahnte einen respektvollen Umgang miteinander ein. Auseinanderdividieren von Alt und Jung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder Ausländer und Inländer dürfe es nicht geben.

  • Forderung: Pflegefonds

Ein weiteres Kernthema der Versammlung ist die künftige Finanzierung des Pflegebereichs. Blecha betonte in diesem Zusammenhang, dass man Teile des Sozialstaats auf eine Steuer-Finanzierung umstellen müsse. Gefordert wurde - erneut - ein steuerfinanzierter Pflegefonds.

  • Forderung: Mehr Steuerprivilegien

Auch im Steuerrecht wünschen sich die Senioren eine Besserstellung. Unter anderem angeregt wird eine Gleichstellung der Pensionisten mit Arbeitnehmern hinsichtlich der Negativsteuer. Steuerlich absetzbar werden sollen auch Zuwendungen an Seniorenorganisationen.

  • Forderung: Anerkennung als Sozialpartner

Die radikalste Forderung der Pensionistenvertreter war schließlich die, als „echter" Sozialpartner anerkannt zu werden. Erst jüngst hatte es heftige Proteste der Pensionisten-Organisationen gegeben, nachdem sie einer Besprechung der Regierungsspitze mit den Kammern und dem ÖGB nicht beiwohnen hatten dürfen. Karl Blecha begründete die Forderung gegenüber derStandard.at so: „Wir sind fünfter Sozialpartner. Das ist im Bundesseniorengesetz so festgeschrieben. Was wir fordern, ist die Anerkennung dieses Status". Was die Mitwirkung junger Menschen angeht, meinte Blecha: „Der einzige Unterschied zwischen der Pensionistenvertretung und der Jugendvertretung ist die Art der Organisation. Das kann aber kein Grund sein, dass nicht beide Vertretungen an Entscheidungsfindungen teilhaben können." Andreas Khol pflichtet ihm bei. (Michael Kremmel, Anita Zielina, derStandard.at, 8.10.2009)

Kommentar posten
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Die andere Meinung
 
00
18.10.2009, 22:40
Auseinanderdividieren von Alt und Jung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer oder Ausländer und Inländer dürfe es nicht geben.

anhand dieses argumentes ist klar:

der pensionsverband kämpft für ALLE, nicht nur für pensionisten - es soll ja nicht zw. pensionisten und nicht-pensionisten unterschieden werden.
ergo: pensionserhöhungen sind lohnerhöhungen aller branchen und personen in allen bereichen.

Die andere Meinung
 
00
18.10.2009, 22:39
hm, da wüsst ich auch noch was..

mehr geld:
ich will statt die 1,5% verbraucherindex, oder 1,9% pensionsindex lieber den 20,0% arbeiter-index als lohnerhöhung.

mehr achtung:
roter teppich für jeden arbeitenden von zuhause bis zur nächsten bushaltestelle.

pflegefonds:
wo ist der partyfond? wo der urlaubsfond?

steuerprivilegien:
steuerliche absetzbarkeit von steuern aller art.

anerkennung als sozialpartner:
wir, die arbeitenden, sind der erste ansprech- und verhandlungspartner in allen geld-themen.
warum? weil wir alles bezahlen dürfen.

Gerhard Schwarz
 
03
18.10.2009, 11:55
Gleiche Arbeit - gleicher Lohn !

Was das mit den Pensionistenforderungen zu tun?
Die Finanzierungsbasis des Sozialversicherungssystems, als auch der SV-Pensionen, sind die SV-Beiträge der aktiv Berufstätigen. Seit Jahrzehnten werden zwecks Personalkostensenkung regelmäßig bei Lohnabschlüssen "Stichtagsregelungen" vereibart, die immer auf dasselbe rauslaufen: Neueintretende ab einem (meist bei Abschluß in der Zukunft liegenden) Stichtag erhalten für dieselbe Arbeit WENIGER Lohn. Proteste gibt es da nie, weil die Betroffenen in der Branche zum Abschlußzeitpunkt gar nicht vorhanden sind. Dadurch sinken in der Zukunft Löhne UND SV-Beiträge, in der Folge die Einnahmen der PV, der Krankenkassen, der Unfall- und Arbeitslosenversicherung usw.
Aber die "Alten" bleiben unbehelligt

Gerhard Schwarz
 
01
18.10.2009, 12:05

Da versteig ich mich ja wirklich zur Bezeichnung "Schmarotzergeneration": denen gehts um Eckhäuser besser als ihren Eltern UND ihren Kindern. Komme mir niemand mit dem abgelutschten Argument "Aufbau nach dem Krieg". Wie alt war ein heute Pensionierter zu Kriegsende und in den Aufbaujahren? Daß damals die wirtschaftliche Lage schlechter als heute war, rechtfertigt doch nicht, daß die Schmarotzergeneration auf ihre Kinder und Enkelkinder pfeift. Obwohl ich selber nur mehr 8 Jahre bis zur Pernsionierung habe, geht mir dieses Pack auf den Sack. Wären die wirklich für eine Besserstellung der einkommensschwachen Pensionisten, gäbe es keinesfalls prozentuelle Pensionsaufwertungen, sondern nur LINEARE um Fixbeträge für Niedrigrenten. Kotz!

Die andere Meinung
 
00
18.10.2009, 22:35
Argument "Aufbau nach dem Krieg"

hallo?

die selbe generation hat den krieg ja mit-VERBROCHEN!

und da sie die schulden dafür selbst nicht bezahlen konnte, sollen wir jetz diese schulden, und ihre pension bezahlen??

Gerhard Schwarz
 
00
18.10.2009, 23:26

Nö - das waren die Großeltern.

kopfsalat
00
15.10.2009, 16:16
sozialpartner endlich abschaffen!!!

oesterreich sollte den weg in richtung demokratie endlich beginnen.

h k
00
15.10.2009, 15:34
gibt es Schlimmeres als im Ausgedinge befindliche Politiker?

die Khols und Blechas - einmal wichtig, immer Wichtigtuer?
Bitte meinen Herren, ersparen Sie uns ihre senilen Machtgelüste.

Buddy5
01
12.10.2009, 07:31
wie ...

realitätsfremd sind die denn???

ok, sie haben ihr Leben lang (zumindest die meisten) Steuern gezahlt, aber jetzt das ganze Sozialsystem mit ihren überzogenen Forderungen aushöhlen wollen?? Gleichstellung mit der arbeitenden Bevölkerungsschicht, obwohl sie für niemanden mehr einen Finger rühren?

Ich bin jetzt 25 und sehe nicht ein, weshalb ich in ein System einzahlen soll, von dem ich eh nichts mehr habe ... mir wird in 45 Jahren auch kein "Junger" mehr meine Pension zahlen ... da werde ich schon selber darauf schauen müssen, dass ich dann was zu beissen habe ...

klar, dass dieses System nicht von heute auf morgen total umgestellt werden kann, aber dass es so nicht weitergehen kann, sollte allen Beteiligten klar sein ...

Josef Huber9
01
15.10.2009, 11:30
Was glauben sie haben die heutigen Pensionisten

vor 35/40 Jahren getan. Sie haben in ein Pensionssytem eingezahlt das z.B. ihren Großelten zugute gekommen ist. Wenn jeder so wie sie denken und Handel würde gebe es schon lange keine Pensionen, Krankenkassen oder sonstige Sozialsysteme mehr. Auch Sie werden in ihrer Denkungsweise einen Wandel erleben wenn sie älter werden, und sehr froh darüber sein wenn sie mit 65 einmal eine Pension egal in welcher Höhe erhalten. Übrigens ich bin selbst noch kein Pensionist sondern einfach nur ein Realist.

verinus
01
15.10.2009, 12:17

der generationenvertrag wurde aber unter gänzlich anderen bedingungen geschlossen.

die, die heute 45 jahre eingezahlt haben, bekommen aber wesentlich mehr heraus als eingezahlt wurde. wär auch kaum ein problem hätten sie für genügend nachwuchs gesorgt der das zahlt.

und so wünschenswert ein langes leben ist und man dieses natürlich nicht zum vorwurf machen kann, muss man ansprechen, dass zu lange pensionen bezogen werden.

kurz: keiner hat die pension die er meint verdient zu haben wirklich verdient.

mikromalist
 
13
11.10.2009, 13:12
Als über 60jähriger

beteilige ich mich deshalb nicht an dem Wahnwitz, weil ich nicht, wie im alten Japan, auf die Spitze des kälteste Berges getragen werden möchte, damit ich die Zukunft der Jugend nicht gefährde.
Seit wir Kinder nur mehr als Sozialhilfe begreifen, haben wir verloren.
Dieses Pyramidenspiel ist schrecklich.
Ich arbeite bis 70.

Alfred.E.Neumann
00
10.10.2009, 14:37

Östtereich wo bleibt der Jugendrat. Spiessig und überaltet. Alter misst man nicht in Jahren

das ist fix
01
10.10.2009, 11:00

Herr Blecha und Herr Kohl sind Politiker-Pensions-Schmarotzer, sonst nichts.
Herr Blecha zudem noch rechtskräftig wegen Urkundenunterdrückung und Fälschung von Beweismitteln verurteilt.

tablespace65
11
9.10.2009, 23:07
Wen wundert's?

1) Jemand, der KH GRASSER selbst jetzt noch coram publico als "Ehrenmann" verteidigt, kann nur "unter dem Einfluss von illegalen Substanzen" stehen. Oder ist er eh schon entmündigt und nur aus dem "Kuckucksnest" ausgebüchst?

2) Bei einem alten (im wahrsten Sinn des Wortes) SP-Minister, der sich dazu bemüßigt fühlt, seinen Lebensabend unverantwortlicherweise mit einem Nachwuchs ein wenig "interessanter zu gestalten", nimmt es nicht wunder, dass er vom "fünftem Sozialpartner" träumt und "finanzielle Gerechtigkeit" für die Pensionisten "fordert".

Manchmal fragt man sich schon, ob man nicht für das aktive Wahlrecht auch eine Art "Ablaufdatum des Wahlrechts" (= Altersbegrenzung) einführen sollte...

skip it
01
9.10.2009, 13:47
all jenen, die diese beiden abgehobenen egomanen...

...noch ein einziges mal mit waldorf und stattler vergleicht, sei eindringlich eine abendsitzung vor den diversen muppet shows empfohlen.

sie beleidigen die muppets, meine herrschaften!

den beiden arroganzlern wuensch ich einen froehlichen nachmittag mit crazy harry.

amPunkt
00
9.10.2009, 13:12
Sehr interessante Optik:

Die Seniorenvertreter sitzen auf der Regierungsbank und die Regierungsmitglieder mitsamt dem Bundespräsidenten auf den Abgeordnetensesseln!

Da sieht man wer hier das Sagen hat - die Rentner eben!

Kann sich jemand vorstellen, dass die Jugendvertreter eine solche Chance je bekommen werden - und die werden die Rechnung begleichen dürfen - ohne Widerspruchsrecht!

champagne
00
10.10.2009, 12:57

stimmt, das bild hat eine furchtbare optik.

BirgerJarl
012
9.10.2009, 11:54

Solidarität ist gefragt und zwar INNERHALB der Pensionisten.
Mindestpensionisten sollen mehr bekommen und die fetten Beamtenpensionisten (wie Kohl und Blecha) sollen ordentlich Solidaritätsbeitrag bezahlen!
Umverteilt muß das Geld werden, allerdings INNERHALB der Pensionisten.
Ebenso sollten Frühpensionisten auch nachträglich noch für ihre Privilegien zur Kasse gebeten werden.
Pensionen über der ASVG Höchstpension sollten nicht mehr erhöht werden.
Je später diese Reformen durchgeführt werden, desto härter werden sie ausfallen. Kommen werden sie unaufhaltsam.

Danke liebe SPÖ, dass ihr all diese notwendigen Reformen verzögert und verhindert habt!
Vranitzkis Pensionistenbrief läßt grüßen!
Die Rechnung kommt noch...
Freundschaft!

susi_mueller
00
9.10.2009, 12:53

ja,ja und nochmals ja

vikto1313
01
9.10.2009, 11:48
Blecha und Kohl scheinen schon geistig verwirrt zu sein!

Eine, der Wirtschaftskirse entsprechende, Forderung finde ich von diesen Herren nicht. Hätte mich auch gewundert.
z.B.: Pensionsobergrenze (€ 2500.-), dafür Menschen mit kleiner Pension mehr unterstützen.
Die viel Pension haben, bekommen natürlich bei 1,9% deutlich mehr.

Wir sind viele und wenn ihr unsere Forderung nicht erfüllt, werdet ihr es bei den Wahlen dann schon sehen. (sehr präpotent)

Ich fordere "GERECHTIGKEIT DER GENERATIONEN".
Bei solchen Forderungen dürfen sie sich über "Kukident-Generation" od "Graue-Gefahr" nicht wundern, ich füge "Alzheimer" dazu, wenn man die jetzige Lage einfach ignoriert.
Haben die sich schon einmal Gedanken über unsere Generation gemacht?
BLECHA= BLECH, KOHL= HOHL
sorry musste einfach sein

Change
22
9.10.2009, 11:42
unserer generation bleibt halt nur das erben übrig...

...und hoffen dass oma und opa nicht ihre tolle pension, die sie über 35 jahre beziehen, vollkommen ausgegeben haben.

so bekommen wir zwar einen teil wieder, aber arbeiten werden wir dennoch bis wir zusammenbrechen.

warum glaubt ihr, dass seit neuestem so auf unsere gesundheit bedacht ist? sicher nicht aus nächstenliebe!

und nochetwas: OHNE ZUWANDERUNG wird unser system zusammenbrechen, und zwar schon in 10 jahren!

brightbright
00
9.10.2009, 11:26
Die Vergangenheit des Herrn Blecha

Eine dubiose Vergangenheit und jetzt macht er sich auch noch an der jungen Generation zu schaffen.

http://derstandard.at/?url=/pli... 1/14344698

uncle sam3
00
9.10.2009, 11:23
können die

zwei aus der mupped-show bitte die Gos.... halten?

danke!

Heimatfreund
 
00
9.10.2009, 11:11
Fordern Forder Fordern

Ihr geriatrischen Kleptomanen... "graue Gefahr" oder "Kukident-Generation" sind noch viel zu kurz gegriffen. Zeit wirds für die "Erste Wiener Pensionistenhatz" bei der den aufgegriffenen vorgerechnet wird wieviel ein 35-45 jähriger Steuern zahlt und wie hoch einmal seine Rente sein wird wenn er mit +75 seine Volkspension bekommt.
Ihr habt es Euch immer gerichtet und glaubt, das wird so bleiben... Täuschts Euch net!

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