Existenzielle Grotesken

7. Oktober 2009, 19:33
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Der Kärntner Autor Alois Hotschnig im Literaturhaus Wien


Vor wenigen Tagen feierte der in Kärnten geborene und in Innsbruck lebende Autor Alois Hotschnig seinen 50. Geburtstag. Anstelle einer Geburtstagsfeier präsentiert er heute, Donnerstag, im Literaturhaus seinen neuen Erzählband Im Sitzen läuft es sich besser davon (beim Verlag Kiepenheuer und Witsch erschienen).

Hotschnig, ein stiller Meister hochkonzentrierten Erzählens, wurde für seine Kunst erst im Vorjahr mit dem renommierten Erich-Fried-Preis ausgezeichnet. In seinem letzten Erzählband Die Kinder beruhigte das nicht (2006) vermaß Hotschnig in feinster Kleinarbeit die Grenzen des real Erzählbaren - über die Beobachtung scheinbar alltäglichen Geschehens schob sich ein beklemmend surrealistischer Nebel.

In seinem neuen Band, der existenzielle Belange thematisiert und das Komische daran nicht auslässt, zeigt sich Alois Hotschnig als Meister der Groteske und des absurden Dialogs: Eine Dorfgemeinde glaubt beispielsweise in den Bissen eines aufmüpfigen Hundes magische Heilkräfte zu erkennen. Eine Entdeckung, die dem Hund just die Lust am Beißen vertreibt! (ip / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8.10.2009)

 

 Literaturhaus Wien, 7., Seidengasse 13. 19.00

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